Einkaufstour Apple macht mit Shazam seinen Musikdienst flott

Apple-Store in San Francisco: Der US-Konzern kauft den Musikerkennungsdienst Shazam. Foto: AFP
Apple-Store in San Francisco: Der US-Konzern kauft den Musikerkennungsdienst Shazam. Foto: AFP

Apple kauft die Musikerkennungssoftware Shazam. Damit will der Konzern vor allem seinen Musikdienst aufpäppeln, meint Daniel Gräfe. Die Nutzerdaten zeigen aber auch künftige Musiktrends an.

Wirtschaft: Daniel Gräfe (dag)
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Stuttgart - Einst hat Apple mit seinem Internet-Musikladen iTunes den Musikmarkt revolutioniert. Die digitalen Downloads gruben dem Geschäft mit den physischen Tonträgern das Wasser ab. Doch im Boomgeschäft mit dem Streaming, wo Musiktitel online im Abo bezogen werden können, hinkt Apple dem schwedischen Rivalen Spotify weit hinterher. Mit knapp 30 Millionen Abonnenten zählt Apple Music nur rund halb so viele Nutzer. Der Kauf der Musikerkennungssoftware Shazam – nach Branchengerüchten soll Apple dafür umgerechnet rund 340 Millionen Euro gezahlt haben – soll jetzt die Lücke schließen helfen.

Schon jetzt greift Apples digitale Assistentin Siri auf Shazam zurück, wenn es um den Titel eines laufenden Songs geht. Dabei gleicht Shazam über das Smartphone-Mikrofon den Titel mit denen der eigenen Online-Datenbank ab. Wurden die Shazam-Nutzer auf Apple Music zum Kauf weitergeleitet, zahlte Apple dafür eine Gebühr. Mit dem Kauf könnte Apple die App stärker in sein Betriebssystem integrieren und mit den gewonnenen Nutzerdaten seinen eigenen Musikdienst verbessern, um zum Beispiel Empfehlungen zu geben oder um schneller auf Musiktrends einzugehen, auf die die Suchanfragen hindeuten.

In Deutschland sind Musikerkennungsdienste nicht weit verbreitet

Auch könnte Apple nach dem Kauf von Shazam dafür sorgen, dass die App für Android-Smartphones nicht mehr zur Verfügung steht. Ob Apple Music dadurch tatsächlich auf Touren kommt, muss sich zeigen. Während die Shazam-App weltweit rund eine Milliarde Mal heruntergeladen wurde, ist sie zumindest in Deutschland nur wenig verbreitet. Laut einer Studie von ARD und ZDF nutzen hierzulande nur drei Prozent der Einwohner ab 14 Jahren regelmäßig Musikerkennungsdienste.

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