Einkommen Wie der Glaube an sich selbst die Verdienstmöglichkeiten beeinflusst
Wer überzeugt ist, Dinge beeinflussen zu können und nicht das Opfer äußerer Umstände zu sein, verdient im Durchschnitt mehr. Die Denkweise zahlt sich laut Studie aus.
Wer überzeugt ist, Dinge beeinflussen zu können und nicht das Opfer äußerer Umstände zu sein, verdient im Durchschnitt mehr. Die Denkweise zahlt sich laut Studie aus.
Wer an seine eigene Gestaltungskraft glaubt, dem gelingen viele Dinge besser als Menschen, die überzeugt sind, dass man das eigene Schicksal nicht beeinflussen kann. Im Durchschnitt verdienen sie auch mehr. Das haben Forscher vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) festgestellt.
Der ausgeprägte Glaube an die eigene Einflussnahme sorge auch dafür, dass man eher die richtigen Momente im Leben nutze und nicht verpasse – auch wenn es um den Job gehe, sagt IW-Forscher Dominik Enste. Für die Forscher spielt die sogenannte Kontrollüberzeugung eine zentrale Rolle – also das Ausmaß, inwiefern Menschen das Gefühl haben, ihr Leben im Griff zu haben und selbst zu bestimmen oder auch nicht.
Diese Einstellung ist teilweise angeboren und wird schon in jungen Jahren geprägt – durch Erziehung und das soziale Umfeld. „Es ist ein Persönlichkeitsmerkmal, das sich nur schwer verändern lässt“, sagt Enste, auch wenn dies im Erwachsenenalter noch ein stückweit möglich sei, etwa durch gezielte Personalentwicklungsmaßnahmen und positive Erfahrungen.
Der Begriff Kontrollüberzeugung wurde ursprünglich vom US-Psychologen Julian Rotter im Jahr 1966 geprägt. Menschen mit einer sogenannten internalen Kontrollüberzeugung glauben, dass sie selbst für Erfolg oder Misserfolg verantwortlich sind. Wer dagegen meint, hauptsächlich von äußeren Umständen oder anderen Menschen beeinflusst zu werden, verfügt über eine sogenannte externale Kontrollüberzeugung. Bei der Studie haben die IW-Forscher untersucht, wie sich die Kontrollüberzeugung auf den wirtschaftlichen Erfolg auswirkt.
Menschen mit internaler Kontrollüberzeugung hätten eher höherqualifizierte Jobs, ein höheres Bildungsniveau, seien häufiger in Führungspositionen oder etwa Beamte in der höheren Laufbahn, nennt Forscher Enste Beispiele. Auch bei der Berufswahl und am Arbeitsmarkt wirke sich dieses Persönlichkeitsmerkmal aus. Eine ausgeprägte internale Kontrollüberzeugung und das generelle Vertrauen in die Wirksamkeit des eigenen Handelns sei eng mit Erfolg verknüpft und korreliere stark mit einem höheren Einkommen.
Der Glaube, dass der eigene Einsatz und die Leistung maßgeblich zum Erfolg beitragen, wirkt sich laut Ense auch positiv auf Arbeitsmoral, Zielstrebigkeit und Leistungsbereitschaft aus. Menschen mit externaler Kontrollüberzeugung hingegen erreichten ihre Ziele seltener und zeigten ein weniger ausgeprägtes Verantwortungsgefühl für den eigenen beruflichen Werdegang.