Eins und Alles bei Welzheim Besonderer Erlebnispark von der Außenwelt abgeschnitten
Auch das Erfahrungsfeld der Sinne Eins und Alles hat das Hochwasser voll erwischt. Der Freizeit- und Erlebnispark steht wohl für längere Zeit vor dem Aus.
Auch das Erfahrungsfeld der Sinne Eins und Alles hat das Hochwasser voll erwischt. Der Freizeit- und Erlebnispark steht wohl für längere Zeit vor dem Aus.
Die gute Nachricht vorweg: „Mensch und Tier sind wohlauf“, sagt Daniela Doberschütz, die Pressesprecherin der Christopherus Lebens- und Arbeitsgemeinschaft Laufenmühle. Ansonsten hat das Hochwasser den anthroposophisch orientierten Freizeit- und Erlebnispark Eins und Alles im Welzheimer Wald bis ins Mark getroffen. Nicht nur die Werkstätten im unteren Bereich der besonderen Einrichtung, wo mit Hilfe von Menschen mit Handicap unter anderem eine Kaffeerösterei betrieben wird, liefen mit Wasser voll, auch am Hang seien zwei gerade erst völlig neu erstellte Wohngebäude in Mitleidenschaft gezogen. Obwohl die Wieslauf dort nicht entlang führt, sei das Wasser nur so den vollgesogenen Berghang hinuntergerauscht.
Die Schäden an Gebäuden und Außenanlagen seien immens, sagt Doberschütz. Doch fast noch schlimmer ist wohl, dass das Eins und Alles, das jetzt eigentlich in seine Sommersaison starten wollte, gewissermaßen von der Außenwelt abgeschnitten ist. Der Hang unter der Landesstraße ist abgestürzt, die Straße gefährlich unterspült. Auch die Wieslauftalbahn verkehrt nicht mehr. Das macht nicht nur zumindest auf absehbare Zeit einen Betrieb des Sinnes- und Erlebnisparks unmöglich. Auch die Menschen mit Handicap, die dort wohnen oder arbeiten, kommen kaum raus oder rein. „Ihre ganze Tagesstruktur ist massiv gestört“, sagt Daniela Doberschütz, man habe auf halblegalen Schleichwegen zwar einen Fahrdienst eingerichtet, aber Bus und Bahn könne das nicht ersetzen. Insgesamt mehr als 130 Menschen werden von der Christopherus Lebens- und Arbeitsgemeinschaft betreut, mehr als die Hälfte ist in irgendeiner Form mit dem Eins und Alles verbunden.
Aktuell sind die Verantwortlichen dabei, die Schäden notdürftig zu beheben. Es gebe viele helfende Hände, sagt Daniela Doberschütz und ist darüber äußerst dankbar. Doch es steht zu befürchten, dass der Einrichtung auf längere Sicht das Geld knapp wird, weil die Einnahmen aus dem Betrieb fehlen. „Wir wissen nicht, wie die Schäden an den Hängen behoben werden können, aber wir müssen uns wohl auf einen längeren Zeitraum einstellen.“
Im schlimmsten Fall fällt die gesamte Saison buchstäblich ins Wasser. Um Ersatzbeschaffungen tätigen und Renovierungen durchführen zu können, hat die Einrichtung deshalb einen Spendenaufruf gestartet, unter der Rufnummer 071 82/800 78 23 oder auf der Internetseite kann man sich über die Möglichkeiten der Hilfe informieren.
Beschäftigte der Stadt Welzheim und der Straßenbauamtsverwaltung haben laut eigenen Angaben nach einer Begehung am Dienstag auf der Landesstraße zwischen Welzheim und Rudersberg-Steinbach nicht nur im Bereich der Bushaltestelle des Eins und Alles eine größere Schadstelle ausgemacht. Auch nach der Einmündung in Richtung Schmalenberg gebe es eine Rutschung, „deren Beseitigung umfangreich wird“. Die Rutschung zwischen dem Bahnübergang und der Einmündung Steinbach könne laut einem Geologen hingegen „relativ zügig entfernt werden“, heißt es in einer Mitteilung der Stadt Welzheim. Ab der Laufenmühle bleibe die Straße indes „ohne Ausnahme vollgesperrt“, auch ein Fußgänger- oder Radverkehr sei dort nicht möglich. Während für die Anwohner in den nächsten Tagen Anfahrtmöglichkeiten vom Tal aus geschaffen werden sollen, bleibe die Straße für den allgemeinen Verkehr weiter tabu.
Am Mittwoch hat sich für die Verantwortlichen an der Laufenmühle doch noch ein kleiner Lichtblick aufgetan: „Wir haben inzwischen aktuelle Infos, dass wir mit dem Eins und Alles voraussichtlich zwar noch im Juni, nicht aber darüber hinaus geschlossen sein werden“, sagt Daniela Doberschütz.
Hier findet man den Spendenaufruf: www.eins-und-alles