Manchmal muss es schnell gehen. Bis zum Beginn der olympischen Wettbewerbe wurde das Stade de Paris noch für andere Sportveranstaltungen genutzt. Über Nacht musste der verlegte Rasen über dem Kunststoffbelag im Stadion rasch entfernt, der Untergrund anschließend gründlich gereinigt werden. „Das war spannend. Wir hatten wenig Zeit“, berichtet der Geschäftsführer der Wendlinger Firma Sandmaster, Christoph Mayer-Klenk. Doch nicht allein aufgrund des knappen Zeitplans war diese Aufgabe eine besondere Herausforderung. Auch logistisch musste allerlei bedacht werden. Immerhin waren die Sandmaster-Mitarbeiter nicht die einzigen, die über Nacht das Stadion für die Olympischen Spiele vorbereitet haben. „Da war die Hölle los“, erzählt Mayer-Klenk.
120 Tonnen Sand pro Beachvolleyballfeld
Nachdem der Rasen abgetragen war, wurde die Kunststoffbahn mit einem Wasserdruck von 200 Bar von jeglicher Verunreinigung befreit. Insgesamt seien 13 500 Quadratmeter hergerichtet worden. Und die Kunststoffbodenreinigung war nicht das einzige Engagement des Wendlinger Unternehmens in Paris. Auch sechs Beachvolleyballfelder wurden neu angelegt. Für jedes Feld wurden 120 Tonnen Sand benötigt, der den hohen Anforderungen an eine Olympia-Sportstätte gerecht wird. Beispielsweise müsse die Größe der Sandkörner stimmen, ebenso müssten die Körner eine rundgeschliffene Form haben, sagt Mayer-Klenk.
Dass das Unternehmen den Auftrag in Paris erhalten hat, ist kein Zufall. „Wir sind im Pariser Raum gut vertreten und bekannt“, so Mayer-Klenk. Hinzu komme, dass Sandmaster über das notwendige Personal für den Auftrag verfüge. Zwischen 20 und 25 Mitarbeiter seien durchschnittlich bei Olympia im nächtlichen Einsatz. Das Unternehmen macht außerdem keinen Hehl aus seiner Begeisterung für den Sport. Werbepartnerin ist die Leichtathletin und Weitsprung-Weltmeisterin Malaika Mihambo.
Alle zwei Jahre sollte eine Laufbahn gereinigt werden
Wenn gerade keine Olympischen Spiele anstehen, werden die Hände bei Sandmaster freilich nicht in den Schoß gelegt. „Die Laufbahnreinigung machen wir in ganz Europa“, sagt der Geschäftsführer. Denn die Poren der Sportstättenbeläge füllen sich mit der Zeit immer wieder mit Schmutz aus der Luft und dem Abrieb der Bahn. Eine gründliche Reinigung alle ein bis zwei Jahre sei daher angeraten, so Mayer-Klenk. Andernfalls droht der Untergrund erstens rutschig und irgendwann auch brüchig zu werden. „So eine Laufbahn muss gepflegt werden. Da kommt einiges drauf“, erklärt der Geschäftsführer.
Darüber hinaus ist die Sandreinigung neben der Kunstrasen-, Beton- sowie Steinflächenreinigung ein wichtiges Geschäftsfeld für die 140 Mitarbeiter, von denen 80 am deutschen Standort in Wendlingen beschäftigt sind. „Wir reinigen zum Beispiel auch Sandspielplätze“, berichtet Mayer-Klenk. Früher sei der Spielsand regelmäßig ausgetauscht worden. „Das war eine wahnsinnige Verschwendung.“ Und gebracht habe das wenig. Nach einigen Monaten sei der Sand wieder verunreinigt. Wird der Sand regelmäßig gereinigt, sei das ökologischer und günstiger als ein Austausch. Insgesamt reinige das Unternehmen rund 2,5 Millionen Tonnen Sand pro Jahr.
Bei der Strandreinigung findet sich manche Überraschung
Auch Strände würde mit den Spezialmaschinen der Firma sauber gemacht, beispielsweise am Wöhrder See in Nürnberg. Chemie kommt dabei nicht zum Einsatz. Der Sand wird gesiebt. 15 Tonnen könnten so in einer Stunde gereinigt werden. Zum Vorschein kommen dabei immer wieder spannende Funde. „In so einem Sandkasten findet man alles“, erzählt Mayer-Klenk. Von Kleingeld über Schmuck bis hin zu Drogen sei schon allerlei dabei gewesen.