Einschulungsstichtag in Stuttgart Kita-Träger rufen das Land um Hilfe

Wer betreut die Kleinen,  wenn alle Kita-Plätze belegt sind? Foto: dpa/Annette Riedl
Wer betreut die Kleinen, wenn alle Kita-Plätze belegt sind? Foto: dpa/Annette Riedl

Das Land soll den Einschulungsstichtag nicht auf den 30. Juni 2022 vorverlegen, fordert der Landesjugendhilfeausschuss. Städte, Kreise und Gemeinden fehle das Betreuungspotenzial an Kitas.

Lokales: Barbara Czimmer (czi)
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Stuttgart - Kindergartenkinder, die bis zum 30. Juni 2022 sechs Jahre alt werden, sollen eingeschult werden, jüngere Kinder können ein weiteres Jahr in der Kita bleiben. Weil dies einen steigenden Betreuungsbedarf in den Kindertageseinrichtungen auslöst, hat die Stadt Stuttgart vor zwei Jahren gegen die Änderung des Schulgesetzes opponiert, allerdings ohne Erfolg. Jetzt senden Städte, Gemeinden, Landkreise und weitere Mitglieder des Kommunalverbands Jugend und Soziales (KVJS) einen gemeinsamen Hilferuf an das Land.

1200 Plätze nicht belegbar

Auch das Jugendamt Stuttgart ist beteiligt und befürwortet die Aussetzung der für das Schuljahr 2022/2023 beabsichtigten Vorverlegung des Einschulungsstichtags. Der Ausbau der Kita-Plätze in Stuttgart wird vom steigenden Bedarf eingeholt, der Fachkräftemangel erlaubt in etlichen Kitas keine volle Auslastung. „Derzeit können circa 1200 Plätze deshalb nicht belegt werden“, teilt die Stadt auf Anfrage mit. Unbesetzte Stellen wirken sich auch auf die Betreuungszeiten aus. Deshalb sei momentan „in circa 60 Prozent der städtischen Kindertageseinrichtungen das Betreuungsangebot im Früh- oder Spätdienst eingeschränkt“.

300 Stellen unbesetzt

„Die Kreise stehen vor der Herausforderung, den Rechtsanspruch auf Betreuung zu erfüllen“, teilt der KVJS mit. Bis zu 9000 Kita-Plätze würden nach neuer Stichtagsregelung benötigt, so seine aktuelle Prognose. Der zusätzliche Bedarf an Kita-Plätzen für all jene Kinder, die am 30. Juni noch nicht sechs Jahre alt sind, hält sich nach Angaben der Stadt Stuttgart „im Rahmen“, der Versorgungsgrad bei den Drei- bis Sechsjährigen sei statistisch betrachtet relativ gut und würde in den kommenden Jahren wieder über 100 Prozent steigen. Ein rein statistischer Wert, denn rund 300 Stellen von Erzieherinnen und Erziehern sind derzeit nicht besetzt.




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