Der 30-jährige Pascal Dölle übernimmt im Rems-Murr-Kreis das Amt des Kreisbrandmeisters und steht vor großen Aufgaben: vom Katastrophenschutz bis zum Leitstellen-Neubau.

Rems-Murr : Frank Rodenhausen (fro)

Der Applaus war laut, die Entscheidung eindeutig: 85 von möglichen 85 Stimmen erhielt Pascal Dölle bei der Kreistagssitzung im Waiblinger Bürgerzentrum. Ein großer Vertrauensbeweis. Der 30-Jährige tritt die Nachfolge von René Wauro an, der nach neun Jahren in seine rheinländische Heimat zurückgekehrt ist.

 

Die Neubesetzung hatte zuvor ein breites Bewerberfeld beschäftigt – elf Interessenten meldeten sich, acht wurden eingeladen, zwei blieben bis zur entscheidenden Runde. Am Ende überzeugte Dölle offenkundig auf ganzer Linie.

Feuerwehr-Experte zuletzt in Hamburg tätig

Der Feuerwehr-Experte bringt in jungen Jahren ein beeindruckendes berufliches Profil mit. Nach seinem Brandreferendariat bei der Stuttgarter Branddirektion – mit Stationen in Mannheim, Dresden und im Innenministerium Baden-Württemberg – wechselte er zur Feuerwehr Hamburg. Dort arbeitete er im Leitungsstab, war an Grundsatzfragen, Stellungnahmen und parlamentarischen Anfragen beteiligt und vertrat Deutschland in der Ostseekooperation für Bevölkerungsschutz. Parallel sammelte er Einsatzerfahrung: erst als Zugführer, seit 2024 im Führungsdienst in einer der höchsten taktischen Ebenen.

Aufsicht über die Integrierte Leitstelle und den Rettungsdienst

Im Rems-Murr-Kreis wird Dölle nun zum Dreh- und Angelpunkt des Katastrophenschutzes: Er berät Kommunen, koordiniert Feuerwehren, plant Alarm- und Einsatzstrategien, leitet die Brandschutzdienststelle und übernimmt die Aufsicht über die Integrierte Leitstelle und den Rettungsdienst. Besonders wichtig: Mit dem Bau der neuen Leitstelle verantwortet er ein Projekt, das Landrat Richard Sigel als „herausragend für die Sicherheitsstrukturen im Kreis“ bezeichnet.

„Mit Pascal Dölle haben wir einen Kreisbrandmeister gewählt, der Fachwissen und Persönlichkeit vereint. Er wird nicht nur Bewährtes fortführen, sondern eigene Impulse setzen“, sagte Sigel. Gleichzeitig lobte er die drei stellvertretenden Kreisbrandmeister, die den Kreis bei den jüngsten Hochwasser- und Starkregenereignissen „krisenfest“ gehalten hätten.

Für Pascal Dölle ist der Wechsel in den Rems-Murr-Kreis ein Karrieresprung – und eine große Verantwortung. In einer Zeit, in der Unwetter, Waldbrände und Katastrophen nicht mehr Ausnahme, sondern Alltag sind, wird sein Job zum Dauerstress-Test.