Einsturzgefahr am Geislinger Michelberg-Gymnasium Betreten strikt verboten!

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Weil ein Teil des Michelberg-Gymnasiums einstürzen könnte, in dem unter anderem Naturwissenschaften gelehrt werden, hat die Stadt Geislingen diesen Trakt komplett gesperrt.

Einsturzgefahr: Der flache Anbau des Michelberg-Gymnasiums. Foto: Horst Rudel/Archiv
Einsturzgefahr: Der flache Anbau des Michelberg-Gymnasiums. Foto: Horst Rudel/Archiv

Geislingen - Als hätte es um die Sanierung des Geislinger Michelberg-Gymnasiums (Migy) wegen explodierender Kosten, schweren Mängeln beim Brandschutz sowie baulichen und technischen Unzulänglichkeiten nicht schon genug Ärger gegeben: dieser Tage ereilte die Schüler- und die Lehrerschaft sowie nicht zuletzt die Stadt eine weitere Hiobsbotschaft. Der längliche Trakt, in dem vor allem die naturwissenschaftlichen Fächer sowie Bildende Kunst unterrichtet werden, ist offensichtlich stark einsturzgefährdet und darf nicht mehr betreten werden. Von niemandem, nicht einmal von Handwerkern.

„Nach Ansicht eines Statikers, der sich einen Überblick verschafft hat, ist es in den Räumen einfach zu gefährlich“, sagt der Geislinger Oberbürgermeister Frank Dehmer als Begründung für die drastische Maßnahme, die dem Migy-Baudrama ein weiteres Kapitel hinzufügt. Unter dem gläsernen Absorber-Kollektoren-Dach, das seinen Teil zum Vorzeige-Energiekonzept der Schule beitragen sollte, hatte sich wohl wegen undichter Profile und zu großer Fugen Feuchtigkeit gebildet. Diese griff wiederum die Stahlträger so massiv an, dass diese zu reißen drohen.

Zwölf Klassenzimmer sind von der Sperrung betroffen

Was mit dem betroffenen Teil des Gebäudes geschieht, in dem sich zwölf Klassenzimmer befinden, ist noch offen. Von einer umfangreichen Reparatur bis zum Abriss scheint im Moment noch alles möglich. Am Mittwochabend ist der Gemeinderat in einer nicht-öffentlichen Sitzung über den Stand der Dinge informiert worden. Genaues wird man allerdings erst wissen, wenn die statischen Berechnungen abgeschlossen und überprüft sind.

In einem wichtigen Punkt hat die Stadtverwaltung aber schon Nägeln mit Köpfen gemacht. Um den Unterrichtsablauf wenigstens provisorisch zu gewährleisten, wurden für zwei Jahre Container gemietet, in denen acht Klassenzimmer untergebracht werden können. Kostenpunkt: 300 000 Euro. Zudem sollen in der benachbarten Schubart-Realschule vorübergehend auch Gymnasiasten Platz zum Lernen finden. Während Letzteres bereits mit Beginn des Schuljahrs am nächsten Montag greifen soll, kann das Container-Quartier frühestens im Oktober bezogen werden.

Rektor ist zuversichtlich, dass es keine größeren Einschränkungen gibt

Der Migy-Rektor Heiner Sämann ist zwar zuversichtlich, „dass wir das alles ohne größere Einschränkungen für unsere Schüler hinbekommen“. Dennoch sei die Nachricht eine Katastrophe, nicht zuletzt für den Ruf und das Image der Schule, die wegen der Schwierigkeiten bei der Renovierung immer wieder unverschuldet in die Schlagzeilen geraten sei.

OB Frank Dehmer ist indes zuerst einmal froh, dass nichts Schlimmeres passiert sei. „Ich mag mir gar nicht vorstellen, was hätte sein können, wenn wir leichtfertig gewesen wären“, fügt er hinzu. Der Rathauschef will auch noch niemandem vorschnell die Schuld zuweisen. Allerdings werde die Stadt prüfen, wer für das Problem verantwortlich sei, und gegebenenfalls Schadenersatzansprüche stellen. „Zunächst müssen wir aber möglichst schnell dafür sorgen, dass der Unterricht am Migy wieder so normal wie möglich ablaufen kann“, sagt Frank Dehmer und gibt damit die Prioritäten für die nähere Zukunft vor.




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