Einwohnerversammlung in Stuttgart-Wangen Ein Stadtbezirk mit Entwicklungspotenzial

Von Mathias Kuhn 

Heute Abend findet die Einwohnerversammlung in Anwesenheit der Verwaltungsspitze statt.

Das Alte Rathaus und das Gasthaus Lamm bilden mit der Kelter ein sehenswertes Ensemble im Wangener Ortskern. Foto: Mathias Kuhn
Das Alte Rathaus und das Gasthaus Lamm bilden mit der Kelter ein sehenswertes Ensemble im Wangener Ortskern. Foto: Mathias Kuhn

Stuttgart-Wangen - Nach sieben Jahren haben die Wangener wieder Gelegenheit, den Verantwortlichen der Stadtverwaltung Fragen zu stellen, ihre Sorgen vorzubringen, die Meinung zu sagen oder zu loben. Denn bei aller Kritik, die vor allem in den vergangenen Wochen wegen der Erweiterung des AWS-Betriebshofes laut geworden ist, gilt es auch, die erfreulichen Entwicklungen nicht zu vergessen: Mit der sanierten und erweiterten Kelter hat der Stadtbezirk ein Schmuckstück mit einem attraktiven Veranstaltungssaal gewonnnen. Mit dem alten Rathaus, dem ehemaligen Gasthaus Lamm und weiteren Fachwerkgebäuden bildet die Kelter einen sehenswerten Ortskern. Nach langem Werben hat die Stadtverwaltung das „Lamm“-Gebäude in ein Bürgerhaus umgebaut. Auch am anderen Ende der Inneren Ulmer Straße hat sich Wangen weiter entwickelt. Das einstige Herma-Areal blieb nach dem Weggang der Weltfirma keine Brache, sondern es entstanden zeitgemäße Wohnungen. Es sind nicht die einzigen Neubauten. Zudem wurde die Inselsiedlung aufwendig modernisiert. Die steigende Attraktivität spiegelt sich auch in der Einwohnerentwicklung wider: Seit 2010 ist die Bevölkerung in Wangen um 1018 Personen gewachsen.

Wo mehr Menschen leben, werden die Freiflächen allerdings rarer. „Eine der großen Herausforderungen des Stadtbezirks sind sicherlich die Falschparker“, sagt Bezirksvorsteherin Beate Dietrich. Ob in der Ulmer Straße oder in den reinen Wohnstraßen: Autos stehen oft auf den Gehwegen oder werden in Grünstreifen geparkt. Für Müll- und Rettungsfahrzeuge gibt es häufig kein Durchkommen. Mit Möblierung der Gehwege soll den Verstößen Einhalt geboten werden.

Gegen die Raserei will die Stadtverwaltung mit einem Tempolimit vorgehen. In der Inneren Ulmer Straße gilt dann 30 Kilometer in der Stunde als Pflicht. Ob dies auch einen positiven Einfluss auf den Geräuschpegel haben wird, muss sich erst erweisen. Durch den Autoverkehr auf der Bundesstraße 10, auf der Wasen- und Inselstraße sowie durch die Arbeitsgeräusche im Hafen und durch den Zwischenstopp für Stuttgart 21 werden die Bewohner bereits belästigt.

Um 19 Uhr geht es heute los

Als Erholungsgebiet ist den Einwohnern der Wangener Berg geblieben. In das Wandel- und Wegesystem hat die Stadtverwaltung viel investiert. Es wird weiter gepflegt und ausgebaut. Allerdings: Ein sehnlichster Wunsch der Wangener wartet seit Jahrzehnten auf seine Vollendung: der Staibhöhenweg und auch die illegal erstellten Bauten, die zunehmende Vermüllung sowie die Missachtung des Sonntagsfahrverbots ärgern die Nutzer.

Mehr Schmutz und Abfall findet sich auch im Ort selbst. Ein Patentrezept gibt es nicht. Die Ehrenamtlichen der Arbeitsgemeinschaft Grünflächen setzen dagegen mit gepflegten Rabatten und bunten Pflänzchen Farbtupfer. Überhaupt zeichnen sich die Wangener durch großes Engagement für ihren Ort und ihre Mitbürger aus. Das zeigt sich in der Begegnungsstättenarbeit, im Kampf für das Generationenzentrum Kornhasen und bei der Mitwirkung an drei sozialen Projekten. Wegen des Entwicklungspotenzials wurde Wangen als Pilotstadtbezirk dafür ausgewählt.

Am heutigen Montag sind die Wangener zur Einwohnerversammlung in die Turn- und Versammlungshalle, Hedelfinger Straße 9, eingeladen. Die Halle öffnet um 17.30 Uhr. Es wird eine Ausstellung zum Stadtbezirk und zu aktuellen Projekten gezeigt. Um 19 Uhr beginnt dann das Programm. Nach der Ansprache von Oberbürgermeister Fritz Kuhn kann mit ihm und den anwesenden Bürgermeistern diskutiert werden.

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