Einwohnerzahlen Deutschland schrumpft, Südwesten wächst

Im Stuttgarter Kessel werden 2020 1,6 Prozent mehr Menschen leben als jetzt. Foto: Leserfoto: wolfgangs
Im Stuttgarter Kessel werden 2020 1,6 Prozent mehr Menschen leben als jetzt. Foto: Leserfoto: wolfgangs

2030 werden im Südwesten laut Prognose 10,97 Millionen Menschen leben, 1,9 Prozent mehr als jetzt. Stuttgart soll um 1,6 Prozent wachsen.

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Bonn/Stuttgart - Deutschland schrumpft, doch Baden-Württemberg ist weiter auf Wachstumskurs: 2030 werden im Südwesten laut Prognose 10,97 Millionen Menschen leben, 1,9 Prozent mehr als jetzt - das geht aus einer Bevölkerungsprognose hervor, die das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) am Montag in Bonn vorgelegt hat. Vor allem für den Speckgürtel rund um die großen Städte im Land prognostizieren die Experten Zuwächse, die Städte selbst hingegen haben zu kämpfen. Doch anderswo in Deutschland ist die Lage noch viel schwieriger. Bundesweit sollen 2030 noch 79,2 Millionen Menschen leben - 2,5 Prozent weniger als jetzt.

Den stärksten Bevölkerungsanstieg im Südwesten erwarten die Experten rund um Freiburg. Der Kreis Breisgau Hochschwarzwald soll bis 2030 um 11,0 Prozent wachsen, der Kreis Emmendingen um 8,8 Prozent. Freiburg selbst hingegen werde 0,5 Prozent seiner Einwohner verlieren. Das gleiche Bild zeigt sich in allen Metropolen des Landes: Während Mannheim 2,0 Prozent seiner Einwohner verliert, legt der Rhein-Neckar-Kreis 4,5 Prozent zu. Die Stadt Karlsruhe schrumpft um 1,6 Prozent, der Landkreis Karlsruhe legt um 6,4 Prozent zu.

Der Speckgürtel läuft Stuttgart den Rang ab

Stuttgart ist die einzige Großstadt im Südwesten, die laut Prognose um 1,6 Prozent wächst. Doch auch dort verzeichnen die ländlichen Nachbarkreise Ludwigsburg (+4,8), Esslingen (+4,1), Böblingen (2,6) und Rems-Murr (+2,6) deutlich stärkere Zuwächse.

Vergleichsweise gut stehen die ländlichen Regionen im Land da. Strukturschwache Landkreise wie Heidenheim (-6,4 Prozent), der Zollernalbkreis (-3,4) oder der Schwarzwald-Baar-Kreis (-3,2) verlieren im Vergleich noch wenige Einwohner. Bundesweit müssen ländliche Regionen Bevölkerungsrückgänge bis zu 25 Prozent verkraften. Zu kämpfen haben im Südwesten hingegen kleinere Städte. So verliert Heidelberg laut Prognose 4,9 seiner Einwohner, Ulm 4,1 Prozent und Pforzheim 2,7 Prozent. Begründungen für diese Entwicklungen geben die Statistiker im Detail nicht.

Stark wachsen wird hingegen die Bevölkerungsgruppe der über 80-Jährigen. Bis 2030 sollen 853 000 hochbetagte Senioren im Südwesten leben, 50,9 Prozent mehr als jetzt. Den stärksten Anstieg erwarten die Experten im Bodenseekreis (+76,6 Prozent), im Kreis Böblingen (+69,7) und im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald (+66,4). Die großen Städte bleiben hingegen vergleichsweise jung.

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