Einzelhandel in Göppingen Möbelhaus Grimm zieht um an neuen Standort

Das Möbelhaus Grimm zieht aus dem viergeschossigen Bau in der Mittleren Karlstraße aus. Dort sollen Büros hin. ​ Foto: Giacinto Carlucci

Das Göppinger Einrichtungshaus Grimm zieht mit einem neuem Konzept auf eine wesentlich kleinere Fläche im Roth-Carrée. Ein Immobilien-Entwickler will das bisherige Gebäude umnutzen. Was bisher bekannt ist.

Der Wandel im östlichen Teil der Göppinger City geht weiter. Im Spätsommer war bekannt geworden, dass die „Wohn- und Teppichgalerie“ in der Geislinger Straße für immer schließt. Nun kündigen die Inhaber des 1909 gegründeten Möbelhauses Grimm in der Mittleren Karlstraße einen Umzug an. Sie werden auf eine deutlich kleinere Fläche im Roth-Carrée wechseln, wo bis vor kurzem eine Tedi-Filiale war.​

 

Noch vor zehn Monaten hatte der Immobilien-Entwickler Jan Watzl aus dem bayerischen Pöcking angekündigt, die von ihm erworbene Grimm-Immobilie zu sanieren, das Einrichtungshaus werde dort aber weiter geführt. Nun die Wende: Bei Grimm läuft der Schlussverkauf. Im Frühjahr werde im Roth-Carrée neu eröffnet, heißt es in einer Pressemitteilung des Möbelhändlers. „Wir sind sehr, sehr erleichtert, dass sich am Ende nach der langen Zeit und den momentanen Herausforderungen am Markt alles fügt“, erklärt Lars von Wichert, der mit seiner Frau Julia Anfang 2020 das Göppinger Traditionshaus erworben hatte. „Der Zeitpunkt der Übernahme so kurz vor Beginn der Pandemie war maximal ungünstig. Zudem waren der Sanierungsbedarf und vor allem die staatlichen Auflagen im Bereich Energie und Brandschutz für eine Renovierung im Nachhinein sehr viel höher als erwartet. Deshalb haben wir im Frühjahr 2024 die Immobilie an einen Investor veräußert und wollten eigentlich am alten Standort auf verkleinerter Fläche weitermachen.“ Dies sei aus verschiedenen Gründen aber nicht realisierbar gewesen.

Wohnnutzung ist baurechtlich nicht möglich

Jan Watzl bestätigt, dass das 6200 Quadratmeter große Gebäude mit seinen derzeit vier Geschossen nun vor einer kompletten Umnutzung stehe. Er habe bereits einen Vertrag mit den künftigen Mietern unterschrieben, könne aber noch keine Details nennen. Nur so viel: Statt eines Möbelhauses werde das Gebäude künftig ein Bürokomplex sein. Der Bauantrag für den Umbau werde demnächst eingereicht, kündigte Watzl an, es sei allerdings noch offen, ob die zunächst geplante Aufstockung kommen werde. Eine Wohnnutzung sei in dem Quartier baurechtlich nicht möglich.

Für die Grimm-Betreiber endet damit eine Phase großer Ungewissheit. „Zum Start unseres Räumungsverkaufs sind wir noch von einem Umbau ausgegangen und dann ging es drunter und drüber“, beschreibt der Einrichtungsexperte Lars von Wichert die zurückliegenden Monate. Die neuen Pläne des Investors, die zu erwartende jahrelange Renovierung, der Baulärm und die zeitliche Ungewissheit hätten einen wirtschaftlichen Betrieb des Altgebäudes unmöglich gemacht, heißt es von Grimm. Jetzt sei endlich alles geregelt. Bis zum 15. Februar müsse das Gebäude in der Karlstraße leer sein.

Grimm setzt auf die Kernkompetenzen

Auf den Flächen am Schillerplatz werde das Geschäft unter dem Namen „Albert Grimm Studio“ firmieren. Auf deutlich kleinerer Fläche werden sich die Betreiber auf die Kernkompetenzen Planung und individueller Möbelbau konzentrieren, ergänzt um Visualisierungen und Möbelverkauf für Architekten und Generalbauunternehmer sowie für Praxen und Büros.

Jan Watzl, der neue Eigentümer des Grimm-Altbaus, hat auch ganz in der Nachbarschaft ein Eisen im Feuer – im Gebäude der Deutschen Bank gleich um die Ecke. Allerdings widerspricht Watzl nicht der Vermutung, dass dieses Projekt mittlerweile in die Schwebe geraten ist.

Projekt in ehemaliger Bankfiliale in der Schwebe

Ein Rückblick: Vor etwa eineinhalb Jahren präsentierte der Investor im Göppinger Gestaltungsbeirat Pläne, nach denen er die Deutsche-Bank-Filiale deutlich aufstocken und dort dann auf bis zu 7000 Quadratmetern Geschossfläche neben der verkleinerten Bank-Filiale auch 53 Miniappartements und bis zu 30 neue Wohnungen einbauen werde. Er hoffe auf eine schnelle Baugenehmigung, hieß es damals. Später reduzierte er die Fläche des Projekts. Nun sagt Jan Watzl nur noch so viel zu dem Projekt: „Die Planungen laufen.“

Watzl Group

Firma
 Die inhabergeführte Watzl Group aus dem bayrischen Pöcking versteht sich nach eigenen Angaben als Unternehmen, das auf nachhaltige Entwicklung hochwertiger Immobilien in Süddeutschland spezialisiert ist. Jan Watzl ist Gründer und Eigentümer.​

Portfolio
 Auf der Internetseite der Watzl Group sind ein Dutzend aktuelle Projekte in Süddeutschland dargestellt, darunter auch der Bau von 175 Wohnungen auf dem Schachenmayr-Areal in Salach. Die Göppinger Projekte sind auf der Homepage als „JW Prime Living“ (Deutsche Bank) und als „JW Grimm Living“ visualisiert.

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