Einzelhandel in Leinfelden-Echterdingen Rewe hat Media-Markt im Schlepptau

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Aus Gerüchten wird Gewissheit: die Lebensmittel-Kette Rewe und der Elektro-Riese Media-Markt ziehen in einen 16,5 Millionen Euro teuren Neubau in Echterdingen.

Auf dem Areal an der Ulmer Straße haben die Arbeiten am Fundament für das neue Einkaufszentrum begonnen.D Foto: Norbert J. Leven
Auf dem Areal an der Ulmer Straße haben die Arbeiten am Fundament für das neue Einkaufszentrum begonnen.D Foto: Norbert J. Leven

Echterdingen - Die Beteiligten haben ein Dreivierteljahr verstreichen lassen, ehe sie die Katze aus dem Sack gelassen haben: Rewe und der Elektro-Discounter Media-Markt werden Nachbarn in einem neuen Einkaufszentrum, das die Lebensmittelkette zurzeit an der Ulmer Straße in Echterdingen bauen lässt. Der Neubau ersetzt den zwischenzeitlich abgebrochenen Toom-Markt. Gedacht ist an 6000 Quadratmeter Verkaufsfläche für Lebensmittel und Unterhaltungselektronik. Eröffnet werden soll das Center im Sommer nächsten Jahres.

Für Media-Markt ist der Standort in unmittelbarer Nähe zum Schnittpunkt von Autobahn und B 27 am Echterdinger Ei hoch attraktiv. Zugleich findet der Elektrofachmarkt – nach eigenen Angaben europaweit die Nummer eins – in dem neuen Einkaufszentrum auch eine unternehmerische Herausforderung: Direkt gegenüber betreibt Euronics seit einem Jahr einen alteingesessenen Markt in Eigenregie – aus Sicht der Verbraucher ergibt dies eine spannende Konkurrenzsituation.

„Wir stellen uns dem Wettbewerb“

Euronics hatte eine Kooperation mit Rewe im neuen Haus ausgeschlagen. „Die Konditionen hätten eine positive wirtschaftliche Entwicklung nicht gewährleistet“, sagte Euronics-Vorstandssprecher Benedict Kober unserer Zeitung. Er hält den Media-Markt-Einzug trotz Ankündigung für „nicht zu 100 Prozent sicher“. Für diese Einschätzung führt er Kenntnisse über „trotz medienwirksamer Veröffentlichung nicht realisierter Standorte“ des Wettbewerbers ins Feld. „Falls es doch zu einer Ansiedlung kommen sollte, stellen wir uns dem Wettbewerb und freuen uns über die Belebung des Standortes“, sagt Kober.

Zurückhaltend-kritisch kommentiert der BDS-Vorsitzende von Leinfelden-Echterdingen, Wolfgang Faßbender, die Media- Markt-Nachricht, die sein Mitglied Euronics betreffen wird: „Wir sind nicht begeistert.“ Negative Auswirkungen auf den Ortskern schließt Faßbender zumindest im Elektrosegment „mangels Angebot“ aus.

Verkaufsfläche ist limitiert

Auf dem Baugrundstück an der Ulmer Straße hat in diesen Tagen ein nahtloser Übergang vom Abbruch zum Neubau stattgefunden. Derzeit laufen die Arbeiten für das Fundament des Objekts, das am Ortseingang auch architektonisch eine neue Marke setzen soll. Das Tandem Rewe/Media-Markt belegt den weitaus überwiegenden Teil der auf 6000 Quadratmeter limitierten Verkaufsfläche. Diese ergibt sich aus der Größe des bisher dort betriebenen Warenhauses aus den 1970er-Jahren. Der Standort war zur Jahreswende geschlossen worden. Seitdem betreibt Rewe interimsweise ein Lebensmittelsmittelgeschäft in einem Zelt an der Leinfelder Straße.

Auf rund 16,5 Millionen Euro beziffert Rewe seine Investition in den Neubau. Das Projekt befinde sich im vorgesehenen Zeitfenster. Auch die monatelangen Abrissarbeiten sind laut Rewe-Sprecherin Susanne Amann „planmäßig verlaufen“. Der weitere Bauablauf unterliegt einem ambitionierten Zeitplan: Im Sommer nächsten Jahres will Rewe bereits Eröffnung feiern.

Spekulationen in Vaihingen

Dass Media-Markt eine Filiale in Echterdingen eröffnen will, befeuert andernorts Spekulationen: Ob der Elek­tro­fachmarkt, einer der größten Mieter in der Vaihinger Schwa­bengalerie, zusätzlich erhalten bleibt, ist offen. Auf Anfrage unserer Zeitung teilt eine Sprecherin der Media-Saturn-Holding GmbH mit, für Vaihingen befinde man sich „in Vertragsverhandlungen“. Zu den Aussichten wolle man sich nicht äußern.




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