Eisenbahnbrücke in Bad Cannstatt Das Konzept kommt aus Kassel

Auf der Brücke soll vor allem eines geschaffen werden: Aufenthaltsqualität. Foto: privat
Auf der Brücke soll vor allem eines geschaffen werden: Aufenthaltsqualität. Foto: privat

Studenten der Universität Kassel haben sich mit der Eisenbahnbrücke beschäftigt, die in Bad Cannstatt über den Neckar führt. Sie wollen auf der heutigen Bahntrasse einen Fuß- und Radweg von Bad Cannstatt zum Stuttgarter Hauptbahnhof schaffen.

Bad Cannstatt: Maira Schmidt (mai)
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Bad Cannstatt - Die Idee ist nicht neu. Der Bezirksbeirat hat sich schon 1998 mit der Zukunft der Eisenbahnbrücke beschäftigt und schon damals wurde ein Park über dem Neckar diskutiert. Doch nun findet diese Idee nicht nur erstmals weit außerhalb der Stadtbezirksgrenzen Beachtung, es gibt auch einen ersten Entwurf.

Oberleitungsmasten oder einzelne Schienen

Drei Studenten der Universität Kassel haben sich mit der Zukunft der Eisenbahnbrücke beschäftigt, die in Bad Cannstatt über den Neckar führt. In der jüngsten Sitzung des Bezirksbeirats hatten Orestis Durek, Jonas Otto und Merle Schrader Gelegenheit, ihre Pläne vorzustellen. Im Rahmen von Stuttgart 21 entsteht eine neue Verbindung zwischen Bad Cannstatt und dem Hauptbahnhof. Die vorhandene Stampfbetonbrücke, der Eisenbahntunnel sowie eine einzelne Bahntrasse, die vom Neckarpark zum Rosensteintunnel führt, seien dann ungenutzt, heißt es in dem Entwurf der angehenden Landschaftsarchitekten. Sie wollen auf der heutigen Bahnstrecke einen Fuß- und Radweg von Bad Cannstatt zum Hauptbahnhof schaffen. Die Bahntrasse eigne sich hierfür gut, da sie kein Gefälle habe, erklärten die Studenten.

Auf der Eisenbahnbrücke selbst soll vor allem eines geschaffen werden: Aufenthaltsqualität. Durek, Otto und Schrader sprechen ebenfalls von einem Park über dem Neckar. Sie stellen sich tiefe Podeste vor, die zum Sitzen und Liegen einladen. Genau über dem Neckar soll ein Wasserbecken entstehen, „um den Fluss auf die Brücke zu projizieren“, heißt es in dem Konzept. Dieses sieht außerdem vor, dass Bahnrelikte wie die Oberleitungsmasten oder einzelne Schienen erhalten werden. Gleichzeitig erklärten die Studenten: „Wir haben uns das sehr grün vorgestellt.“ Eine Baumreihe aus Robinien sowie Staudenbeete sollen hierzu beitragen. Auch die Tunnelröhren sollen in das Wegenetz eingebunden werden. Etwa in der Mitte planen die drei einen Fahrstuhl, der Passanten zum Schloss Rosenstein befördert.

Green Bridge in London

Für die Studenten liegt der Nutzen für die Landeshauptstadt auf der Hand: „Der Entwurf zielt darauf ab, der Stadt ein neues Wahrzeichen zu verschaffen.“ Sie verwiesen auf vergleichbare Projekte wie die Green Bridge in London oder eine umfunktionierte Hochbahnstraße in New York. Bad Cannstatt auf einer Ebene mit den Metropolen dieser Welt, dass gefällt auch den Bezirksbeiräten. „Ihre Gedanken und Ideen gefallen mir sehr gut“, sagte Rolf Weber (CDU). „Die Idee ist wunderbar“, befand auch Siegfried Deuschle. Der Bezirksbeirat von der Fraktionsgemeinschaft SÖS-Linke-Plus gab aber zu bedenken, dass die Brücke auch über eine stark befahrene Straße führe, was vielleicht keinen so großen Aufenthaltscharakter habe. Peter Mielert (Grüne), auf dessen Initiative der Studenten-Besuch zurückgeht, regte an, dass der Bezirksbeirat eine Resolution mit dem Titel „Brückenschlag“ verabschiedet, in der er die Verwaltung auffordert, „bei ihren Planungen von einem Erhalt von Eisenbahnbrücke und -tunnel auszugehen, sowie in der Fortsetzung eine Weiterführung des Weges entlang der Eisenbahnlinie bis zum Wohnquartier Neckarpark zu berücksichtigen.“ Die Resolution wurde mehrheitlich angenommen.




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