Eishockey-Oberliga: Stuttgart Rebels Dem Penalty-Drama folgt der Griff zum Kochlöffel

Der beste Rebels-Spieler stand im Tor. Keanu Salmik hielt die Stuttgarter mit seinen Paraden bis zum Schluss im Rennen. Foto: Günter Bergmann

Mit der 2:3-Shootout-Niederlage gegen Höchstadt setzt sich für die Rebels ein Lauf fort: gute Ansätze, schlechtes Ergebnis. Derweil steht die Trainerfrage für die nächste Saison vor der Klärung.

Lokalsport : Franz Stettmer (frs)

Wenn sich am Tag nach dem Spiel der Geschäftsführer, die sportliche Leitung und der Trainer zum Termin einfinden, ist Gefahr im Verzug, könnte man meinen. Krisengipfel beim Eishockey-Oberligisten Stuttgart Rebels? Eine Reaktion auf die inzwischen sechste Niederlage in Serie? So kann man sich täuschen. Getroffen hat sich die Führungsriege des Vereins an Heiligdreikönig zum – genau, gemeinsamen Kochen, mit dem Thema „Eishockey nur als Randaspekt“, wie der Gastgeber Roland Schmid, seines Zeichens eben Geschäftsführer beim Waldau-Club, verrät.

 

Freilich: So ganz dürften die sportlichen Ereignisse vom Abend zuvor die Beteiligten dann aber nicht losgelassen haben. Dafür war schlicht zu viel Drama gewesen. Die Begegnung mit den Höchstadt Alligators hatte sich als Jahresheimauftakt-Krimi mit hohem Unterhaltungswert entpuppt – vor 950 Zuschauern in der Degerlocher Eiswelt allerdings mit dem schlechteren Ende für die Rebels. Unter dem Strich stand ein 2:3 nach Penaltyschießen und somit eine Blaupause des November-Duells der beiden Teams, nur mit diesmal umgekehrten Rollen. Vor sechs Wochen im Fränkischen hatten die Stuttgarter ihrerseits im Shootout gewonnen (7:6).

Beim Wiedersehen schickten sie nun sich selbst und ihre Fans durch ein Wechselbad der Gefühle. Treffer von David Kirchhoff (2.) und David Makuzki (41.) bedeuteten die zweimalige Führung. „In den ersten zehn Minuten hat die Mannschaft ein regelrechtes Feuerwerk abgebrannt“, erkannte Schmid gar. Das Aber: Schon in dieser Phase einen möglichen vorentscheidenden Vorsprung herauszuschießen, das versäumten die Seinen. Und spätestens im zweiten Drittel kippte das Spielgeschehen.

Zuletzt sollten es die beiden Keeper sein, die jenes prägten. Hüben verhinderte ein glänzend aufgelegter Keanu Salmik für die Rebels Schlimmeres. Bestätigt sieht sich Schmid in seiner Einschätzung: „Es ist ein Pfund, das wir auf dieser Position haben. Wir haben zwei hervorragende Torhüter.“ Ob Salmik oder Jonas Gähr – eigentlich egal, wem von ihnen der Trainer Jan Melichar das Vertrauen schenkt, die Leistung stimmt.

Drüben indes, auf Höchstadter Seite, wurde der Schlussmann Nico Zimmermann zum finalen Matchwinner. Nach torloser Verlängerung erwuchs der 22-Jährige im Penaltyschießen zum unüberwindbaren Hindernis. Alle drei Rebels-Routiniers, die antraten, Matt Pistilli, Jannik Herm und Mathieu Tousignant, scheiterten an ihm, während für die Gäste Alexander Biberger zum Auswärtssieg vollstreckte.

Nun drei Spiele in sechs Tagen

Statt der erhofften drei Punkte also nur einer. Nach dem 3:5 vom Freitag in Memmingen der nächste Auftritt aus der Kategorie: gute Ansätze, schlechtes Ergebnis. Im Kampf um die Pre-Play-off-Teilnahme sieht Schmid gleichwohl „noch längst nichts abgeschenkt“ – auch wenn die Kluft zum relevanten zehnten Platz mit zwölf Zählern weiterhin mächtig ist. Ob die erhoffte Aufholjagd realistisch bleibt, muss sich nun in dieser Woche zeigen. Innerhalb von sechs Tagen treffen die Rebels auf drei Mitbewerber aus den unteren Regionen des Klassements. Schon an diesem Dienstag (19.30 Uhr) geht es in Lindau weiter, dann folgen die Aufgaben Bayreuth (Freitag, zuhause) und Peiting (Sonntag, auswärts).

Melichar vor der Vertragsverlängerung

Inwieweit bei dieser Terminhatz Zeit ist, nebenbei die wichtigste Personalie bereits für die nächste Saison fix zu machen, mal schauen. Dass der Verein und sein Coach Melichar grundsätzlich gewillt sind, ihre Zusammenarbeit zu verlängern, war ja im alten Jahr bereits klar. Inzwischen spricht Schmid von nur noch einer „Formsache“. „Die Gespräche sind weit fortgeschritten. Alle haben Lust, das fortzuführen“, sagt er.

Aber beim aktuellen Meeting in seinen vier Wänden sollte es dann ja wie gesagt um anderes gehen. Wie es um die Kochkünste der Rebels-Macher eigentlich so bestellt ist? „Wir versuchen uns“, sagt Schmid und lacht.

Statistik zum Spiel

Tore
1:0 Kirchhoff (2.), 1:1 Bloem (39.), 2:1 Makuzki (41.), 2:2 Bloem (55.). Penaltyschießen: 2:3 Biberger

Zeitstrafen
Stuttgart vier Minuten / Höchstadt null Minuten

Zuschauer
950

Weitere Themen

Weitere Artikel zu Oberliga Oberliga Süd