Eishockey-Oberliga: Stuttgart Rebels Dicke Luft unterm Weihnachtsbaum

Der Trainer Jan Melichar machte seinem Ärger bereits in der Kabine Luft. Foto: Baumann/Julia Rahn

Dem Trainer Jan Melichar platzt rund um die 3:4-Heimniederlage gegen den EV Füssen der Kragen. Vor allem die Führungsspieler des Kaders geraten in die Kritik. Folgt am Montag die Wiedergutmachung?

Lokalsport : Franz Stettmer (frs)

Statt Punkten enttäuschte Gesichter. Statt Feststimmung dicke Luft unterm Weihnachtsbaum. Das hatte man sich beim Eishockey-Oberligisten Stuttgart Rebels wahrlich anders vorgestellt. Nach der 3:4-Heimniederlage am Donnerstagabend gegen einen ersatzgeschwächten EV Füssen machen die Degerlocher Verantwortlichen aus ihrer Unzufriedenheit keinen Hehl – und einem platzte sogar bereits in der Kabine der Kragen.

 

Bisher war der Trainer Jan Melichar eher als stiller Brüter bekannt. Diesmal aber „ist es ziemlich laut geworden“, berichtet der Geschäftsführer Roland Schmid. Allzu ernüchternd war die aktuelle Leistung, nach welcher bei Melichar und Schmid in ihren Statements Einigkeit herrscht: „Zu wenig von uns.“ Zu wenig vor allem von den „eigentlichen Leadern“. „Ich weiß nicht, warum“, sagt Schmid, „aber ein bisschen hat es sich wie Weihnachtslethargie angefühlt. Die, von denen man erwartet hätte, dass sie vorangehen, haben sich versteckt.“ Ausnehmen will er von seiner Kritik unter den gestandenen Figuren des eigenen Aufgebots lediglich das Duo aus Übersee. Zum einen Matt Pistilli, der kämpferisch wie gehabt alles in die Waagschale warf. Zum anderen Mathieu Tousignant, für den mildernde Umstände galten. Der Grund: Er quälte sich angeschlagen durch die Partie.

Umso ernüchternder war das schlussendliche Ergebnis, weil es sich bei den Allgäuer Gästen um einen direkten Konkurrenten im Kampf um die Pre-Play-off-Plätze handelte. Ein Gegner, den die Rebels in dieser Saison zuvor bereits zweimal geschlagen hatten (10:6, 5:1). Und zudem ein Widersacher, dem aktuell obendrein sein wichtigster Spieler fehlte. Der Füssener Topscorer Bauer Neudecker war krankheitsbedingt nicht dabei. Zusammen mit dem Peitinger Felix Brassard führt der US-Amerikaner die Torschützenliste der Liga an (jeweils 24 Treffer).

Hatte sich auf Rebels-Seite ob der Summe dieser Vorzeichen womöglich der ein oder andere zu sicher gefühlt? Auf dem Eis jedenfalls war der Auftakt mit einem Pfostentreffer von Simon Mantsch noch gut. „Dann aber“, konstatiert Schmid, „sind wir gefühlt immer schwächer geworden.“ Hinzu kam einmal mehr ein leidiges Manko: Stichwort Überzahlspiel. Während die Stuttgarter vier von fünf Powerplay-Phasen ungenutzt verstreichen ließen, schlug ihr Kontrahent in seinen beiden ersten prompt zu. Die Treffer zum 0:1 und 1:2 fielen, als der Traditionsclub aus dem Bayerischen jeweils einen Mann mehr auf dem Spielfeld hatte.

Gäste-Aufwärtstrend seit Trainerwechsel

Für die Füssener scheint sich somit ihr Trainerwechsel fürs Erste bezahlt zu machen. Vor gut einer Woche erst hatten die Gäste den Finnen Juhani Matikainen geschasst und durch ihren bisherigen U-20-Coach Georg Holzmann ersetzt. Unter ihm war es nun der zweite Sieg im dritten Spiel.

Die Folge für die Rebels: Ihr Abstand zum angepeilten zehnten Tabellenrang beträgt mittlerweile wieder mächtige 13 Punkte. Das einzig Gute: Die Chance zur Rehabilitation kommt schnell. Bereits am Montag steht die nächste Begegnung an. Erneut zuhause auf der Waldau, erneut um 20 Uhr, dann gegen die Tölzer Löwen. „Heute lecken wir Wunden, morgen ist wieder Training – und am 30. machen wir die Sache wieder gut“, kündigt Schmid kämpferisch an. Nötig wäre es. Auf dass nach Weihnachten nicht auch die Jahreswende zur sportlich tristen Angelegenheit wird.

Statistik zum Spiel

Tore
0:1 Straub (16.), 1:1 Slanina (22.), 1:2 Jerry (29.), 1:3 Jerry (36.), 2:3 Renner (38.), 2:4 Kryvorutskyy (51.), 3:4 Schusser (58.)

Zeitstrafen
Stuttgart sechs Minuten / Füssen zehn Minuten

Zuschauer
680

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