Eishockey-Oberliga Stuttgart Rebels suspendieren ihren Torjäger Schingoethe
Nachdem zuletzt mehr und mehr um den US-Amerikaner spekuliert worden war, ist nun klar, warum er fehlt. So wird die 2:4-Heimniederlage gegen Memmingen zur Nebensache.
Nachdem zuletzt mehr und mehr um den US-Amerikaner spekuliert worden war, ist nun klar, warum er fehlt. So wird die 2:4-Heimniederlage gegen Memmingen zur Nebensache.
Spekuliert worden war im Umfeld zuletzt mehr und mehr. Tatsächlich nur verletzt? Die Kommunikationspolitik des Oberligisten Stuttgart Rebels zur Personalie Wyatt Schingoethe hatte zunehmend Zweifel genährt. Nun ist die Katze aus dem Sack und hat das Degerlocher Eishockey-Jahr 2026 seinen ersten Paukenschlag – allerdings fern von Puck und Schläger: Der Waldau-Club hat seinen Torjäger „bis auf Weiteres“ suspendiert. Heißt: aus dem Kader geworfen. So gerät die aktuelle 2:4-Heimniederlage vom Sonntagabend gegen den Tabellenzweiten Memmingen Indians zum Nebenaspekt.
Wahr ist, dass Schingoethe im Auswärtsspiel am 21. Dezember in Passau eine Oberschenkelverletzung erlitten hat, die ihn seither zum Pausieren zwingt. Nicht wahr ist, dass dies in den vergangenen Tagen der einzige Grund für sein Fehlen war. Das hat der Verein an diesem Dienstag in einer offiziellen Mitteilung eingeräumt. Dort heißt es: „Unabhängig von seiner Verletzung handelte Wyatt Schingoethe widersprüchlich zu seiner Verletzung und gegen die Werte und Grundsätze der Stuttgart Rebels.“ Nach sorgfältiger Abwägung und nach mehreren Gesprächen mit dem Spieler habe man „die schwierige Entscheidung getroffen“, dass der 23-Jährige derzeit nicht mehr Teil des Kader sei. Bei „man“ handelt es sich um den sportlichen Leiter Matt Pistilli und den Trainer Jan Melichar.
„Die Vereinsführung trägt das hiernach mit“, sagt der Geschäftsführer Roland Schmid, der ansonsten darauf verweist, zu dem Thema keine weiteren Aussagen tätigen zu können. Wohl auch aus vertragsrechtlichen Gründen. Nur so viel: Es handle sich um eine „disziplinarische Maßnahme“. Und: eine Maßnahme mit dem Zusatz „vorläufig“. „Er ist ein junger Spieler. Wir alle machen Fehler, nie ist etwas endgültig“, sagt Schmid.
Ob Schingoethe wirklich noch einmal im Rebels-Trikot zu sehen sein wird, bleibt freilich abzuwarten. Insgesamt war es seit der Passau-Partie nun bereits das sechste Spiel ohne ihn. Aus rein sportlicher Sicht ist der US-Amerikaner, der von den Rebels im Oktober aus Michigan als personeller Nachschlag verpflichtet worden war, ein schwerer Verlust. Auf dem Eis hatte Schingoethe auf Anhieb gezündet. Seine bemerkenswerte Bilanz aus 15 Einsätzen: 15 Tore und elf Assists. Eigentlich galt der 90-Kilogramm-Mann als mit größte Stuttgarter Trumpfkarte im Kampf um die angepeilte Teilnahme an den Pre-Play-offs.
Mit dem Memmingen-Resultat sind die Rebels fürs Erste wieder aus den dafür relevanten Tabellenplätzen gerutscht. Nötig wäre zumindest Rang zehn, der elfte ist es momentan. Doch bleibt es im Klassement extrem eng. Von Platz acht bis 13 sind es gerade einmal vier Zähler.
Die Hoffnungen, dem großen Favoriten vom Allgäu-Rand ein weiteres Mal ein Schnippchen schlagen zu können, erhielten diesmal schon im ersten Drittel vorentscheidende Dämpfer. Die ersten beiden Saisonduelle hatten die Rebels überraschend mit 6:5 nach Verlängerung sowie 6:4 gewonnen. „Da muss dann aber schon sehr viel passen, um so ein Schwergewicht zu schlagen“, weiß Schmid – was am Sonntag definitiv nicht der Fall war. „Zu viele Scheibenverluste“ erkannte der Coach Melichar. Sein Fazit: „Zufriedenstellend, auch mit Willen und Geschwindigkeit, haben wir nur in 15 Minuten des letzten Drittels gespielt.“ Das war zu wenig.
Nach einem 0:3-Rückstand gelang es Melichars Team zwar noch, durch Treffer von Jack Bloem und Alex Blais den Anschluss herzustellen. Doch das vierte Gegentor machte vor der stattlichen Kulisse von 1150 Zuschauern dann alles klar, und zwar in einer für diese Begegnung symptomatischen Manier: wieder ein missratener Querpass in der eigenen Zone, wieder gingen die Gäste dazwischen, und wieder lag das Spielgerät Sekunden später im Rebels-Tor.
Der nächste David-gegen-Goliath-Versuch steigt nun bereits an diesem Dienstagabend. Als krasser Außenseiter fahren die Degerlocher zum Spitzenreiter nach Deggendorf (Spielbeginn 20 Uhr) – ehe danach in Erding (9. Januar) und zuhause gegen Peiting (11. Januar) zwei Schlüsselspiele gegen Tabellennachbarn folgen. Spätestens in denen sollte die Form wieder stimmen. Egal, ob mit oder ohne den Torjäger Schingoethe.
Tore
0:1 Meier (8.), 0:2 Schubert (19.), 0:3 Meier (25.), 1:3 Bloem (36.), 2:3 Blais (42.), 2:4 Lillich (58.)
Strafminuten
Stuttgart sechs / Memmingen vier
Zuschauer
1150