Eishockey-Oberliga: Stuttgart Rebels Wenn Feldspieler zu Torhütern werden

Rebels-Stürmer Mathias Vostarek (rechts) zeigte gegen Bayreuth eine starke Leistung. Foto: Archiv Günter Bergmann

Das Eishockey-Schlusslicht Stuttgart Rebels landet nach einer starken Teamleistung in Bayreuth den höchsten Saisonsieg.

Das Oberliga-Schlusslicht Stuttgart Rebels unterstrich im Kellerduell beim nun Vorletzten Tigers Bayreuth eindrucksvoll: Auch wenn das Verlassen des letzten Ranges wohl nicht mehr möglich ist, ist Aufgeben beziehungsweise Auslaufen lassen keine Option. Mit 8:1 siegte das Team von Trainer Jan Melichar vor 1003 Zuschauern in Franken und feierte damit den höchsten Saisonsieg. Bereits an diesem Dienstag, 20 Uhr, empfangen die Degerlocher in der Eiswelt zum fünftletzten Rundenspiel den SC Riessersee.

 

Gegen Bayreuth gerieten die Rebels knapp vier Minuten vor Beendigung des ersten Drittels nicht nur in Unterzahl, sondern unter Dauerdruck. Torhüter Keanu Salmik musste seinen angestammten Platz wegen einer Rettungsaktion einige Meter weit verlassen, dahinter positionierten sich aber drei Mitspieler, die das Tor abdeckten, den Puck mit allem was sie hatten gleich mehrmals auf der Linie blockten und mit vereinten Kräften den Gegentreffer verhinderten. „Die Situation hat die aktuelle Moral in der Mannschaft deutlich gezeigt, danach wusste ich, dass wir gewinnen werden“, sagt der Rebels-Geschäftsführer Roland Schmid.

Und auch für Stuttgarts Trainer Jan Melichar war die beschriebene Aktion richtungsweisend für den weiteren Verlauf der Begegnung. So wie sich seine Spieler reingehauen, vier, fünf Blocks gemacht hätten, sei ihm klar gewesen, dass die Einstellung stimmt und etwas zu holen sei. So gingen die Stuttgarter mit einer 1:0-Führung – Neuzugang Nolan Renke markierte in seinem sechsten Spiel für die Degerlocher sein erstes Tor – in die erste Pause.

Drittel zwei war dann zum Zungenschnalzen aus Stuttgarter Sicht – nahezu alles gelang, ganz besonders das Toreschießen. Fabian Renner (2), Nico Geidl, Florian Renner, Matt Pistilli sowie David Makuzki sorgten für die 7:0-Führung nach dem zweiten Drittel und Ernüchterung in der Halle. Den Schlusspunkt für die Gäste setzte im abschließenden Durchgang Nico Geidl. Aus einer insgesamt starken Mannschaft stach laut Geschäftsführer Schmid einer heraus, der sich nicht in die Torschützenliste eingetragen hat: Mathias Vostarek. „Er hat gekämpft, geackert und auch noch Tore vorbereitet.“

Der Sieg der Stuttgarter fiel erneut mit einer kleinen Belegschaft aus. Waren es beim Erfolg in Füssen noch 13 Spieler, saßen dieses Mal 14 Akteure im Bus Richtung Bayern. Nicht dabei, wohl auch für die restlichen Spiele: Mathieu Tousignant. Nach dem üblen Check aus dem Peiting-Spiel vor zehn Tagen erlitt der Kanadier eine Gehirnerschütterung und einen Nasenbeinbruch, der vor kurzem operiert wurde.

Info zum Spiel

Tore: 0:1 Renke (1:13), 0:2 Fabian Renner (22:39), 0:3 Pistilli (24:58), 0:4 Geidl (30:06/Überzahl), 0:5 Fabian Renner (33:50/Überzahl), 0:6 Florian Renner (34:06), Makuzki (38:21/Überzahl), 0:8 Geidl (48:19). 1:8 Brown (50:59/Unterzahl).

Strafzeiten: Bayreuth 13 Minuten, Stuttgart 4 Minuten.

Zuschauer: 1003.

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