Spiel eins vor heimischem Publikum gegen die Heilbronner Falken ging vor sechs Wochen mit 1:9 verloren, Spiel zwei beim Erzrivalen aus der Käthchenstadt verlief am vergangenen Freitag nur unwesentlich besser – mit 2:8 unterlagen die Stuttgart Rebels. Abgesehen von der erneuten Pleite im württembergischen Derby wird zwei Waldau-Akteuren die Begegnung länger im Gedächtnis haften bleiben: namentlich Kapitän Dane Montgomery und Routinier Toni Ritter.
Beide Akteure sind Verteidiger und beide ungemein wichtig für das Spiel der Degerlocher, Montgomery gar immer noch mit den meisten Scorerpunkten seines Teams ausgestattet. Beide Protagonisten standen im Heilbronner Eisstadion aber nur kurz auf dem Eis, verließen dieses im Abstand von rund fünf Minuten. Ritter wird dem rutschigen Spieluntergrund längere Zeit – „Stand jetzt vier Begegnungen“, sagt der Rebels-Geschäftsführer Roland Schmid – fern bleiben. Zwangsweise. Nach 13 Minuten bekam er eine Matchstrafe wegen eines Ellenbogenchecks gegen Kopf und Nacken verhängt. Laut Schmid eine zu harte Entscheidung. „Wir dachten, der Schiedsrichter kassiert die Strafe nach dem Blick auf den Videobeweis wieder ein. Doch es blieb dabei.“ Ritter musste in die Kabine, Stuttgart geriet dadurch in eine fünfminütige Unterzahl. Diese war fast überstanden, da bekam Montgomery einen Schlagschuss ins Gesicht. Von seinem Kinn aus fiel der Puck dem Ex-Stuttgarter Sebastian Hon vor die Kelle und dieser netzte ein. Ärgerlich für Stuttgart, schmerzhaft für den Kapitän, der sofort in ein Heilbronner Krankenhaus gebracht wurde, um zu klären, ob er schwerer verletzt sei.
Doch dazu kam es nicht. Eine Wartezeit von vier Stunden wurde ihm laut Schmid in Aussicht gestellt. Zu lang für Montgomery, der sich zur prompten Rückkehr ins Stadion und wieder rein in die Schlittschuhe entschied. „Das geschah auch in Rücksprache mit unseres Mannschaftsarztes“, konstatiert der Geschäftsführer. Im dritten Drittel stand der Kapitän wieder in der Rebels-Defensive.
Doch zu diesem Zeitpunkt war die Partie für die Gastgeber bereits entscheiden. Beschriebene unfreiwillige Montgomery-Kinn-Torvorlage war das 2:1 für Heilbronn, nachdem diese bereits nach 13 Sekunden durch Calder Anderson in Führung gingen, diese aber nur weitere 17 Sekunden hielt. Daniel Pronin, auch Schütze des zweiten Rebels-Treffers, netzte im Gegenzug ein. Danach kam der Unterschied zwischen den erfahrenen Heilbronnern und dem doch noch jungen Team aus Stuttgart zum Tragen. „Wir hatten sehr gute Chancen, diese aber vergeben und das darfst du gegen ein so qualitativ starkes Team wie Heilbronn nicht machen“, sagt der Rebels-Coach Jan Melichar. „Das bestrafen die, wie geschehen, eiskalt.“ So stand es bei Montgomerys Rückkehr bereits 5:2, am Ende 8:2.
Weiter geht es für Rebels an diesem Sonntag (17:30 Uhr) mit dem Heimspiel gegen die Passau Black Hawks.
Statistik zum Spiel
Tore: 1:0 Anderson (00:13), 1:1 Pronin (00:30), 2:1 Hon (17:39/Überzahl), 3:1 Richie (26:33), 4:1 Cabana (34:07), 4:2 Pronin (35:29), 5:2 Cabana (35:47), 6:2 Drothen (46:10), 7:2 Cabana (52:17), 8:2 Richie (59:52).
Strafen: Heilbronn 2 Minuten/Stuttgart 7 Minuten
Besonderes: Matchstrafe für Stuttgarts wegen Check gegen Kopf und Nacken:
Zuschauer: 1768.