Eishockey: Stuttgart Rebels Nun im Derby die Wende? Was trotz der nächsten Niederlage Mut macht

Ob der Torjäger Wyatt Schingoethe fürs Derby in den Kader zurückkehrt, bleibt noch offen. Foto: Archiv/Günter Bergmann

Der Degerlocher Oberligist unterliegt auch in Bayreuth, diesmal mit 1:3. Im Angriff macht sich das erneute Fehlen des Torjägers Schingoethe bemerkbar.

Lokalsport : Franz Stettmer (frs)

Würde es für Lob Punkte geben, dann hätte sich der Eishockey-Oberligist Stuttgart Rebels reich beschert auf die rund dreistündige Heimfahrt gemacht. „Ein sehr gutes Stuttgarter Spiel“, lobte der gegnerische Trainer Larry Suarez. „Heute kann man keinen Vorwurf machen. Ein Auftritt auf Augenhöhe“, lobte der eigene Geschäftsführer Roland Schmid. Und: „Ich bin stolz auf die Jungs; sie haben alles gegeben“, lobte der eigene Coach Jan Melichar.

 

Der Haken an der Geschichte: Alles war nicht genug. Dennoch haben die Degerlocher am Freitagabend die nächste Niederlage kassiert, mithin die mittlerweile vierte in Serie. Dennoch ist es nicht gelungen, im Duell zweier zuletzt kriselnder Teams den Abwärtstrend zu stoppen. Nach dem 1:3 bei den Tigers Bayreuth sind die Rebels erstmals seit mehreren Wochen wieder aus den angepeilten Pre-Play-off-Tabellenplätzen gerutscht. Vor dem nun folgenden Derby an diesem Sonntag (17.30 Uhr) auf der Waldau gegen die Heilbronner Falken belegen sie nur noch den elften Rang. Geht der Mannschaft in der wohl stressigsten Phase der Saison also gerade die Puste aus? Aktuell befinden sich Melichar und die Seinen auf einer Strecke mit sage und schreibe neun Spielen innerhalb von nur 19 Tagen, gerechnet vom 19. Dezember bis zum 6. Januar.

„Die Erwartungshaltung für die vergangenen vier Begegnungen, keine Frage, war eine andere“, sagt Schmid, zumal es sich ausnahmslos um Gegner aus der vermeintlich eigenen Preisklasse handelte. Doch im Gegensatz zur vorweihnachtlichen 4:6-Ergebnisenttäuschung gegen Höchstadt will er diesmal keinen zusätzlichen Erfolgsdruck aufbauen. „Wir werden jetzt nicht nervös“, betont Schmid und verweist darauf: „Es haben nur Kleinigkeiten entschieden.“ Nuancen, die, so die Hoffnung, beim nächsten Mal auch schon wieder auf der anderen Seite den Ausschlag geben können. Vielleicht bereits dann, wenn einer der wichtigsten Leistungsträger sein Kader-Comeback gibt: Auch im Oberfränkischen fehlte der Torjäger Wyatt Schingoethe, wie schon am Dienstag, diesmal laut Schmid krankheitsbedingt. Ob es beim US-Amerikaner fürs Heilbronn-Spiel reicht, sei noch offen.

Starker Torhüter Vieregge

Ohne Schingoethe mangelte es den Rebels an Knipserqualität. In einer Begegnung, in der beide Kontrahenten ihr Hauptaugenmerk auf eine stabile Defensive richteten, gingen die Gäste zwar früh in Führung. Nico Geidl traf schon nach 59 Sekunden. Darauf aber kam lediglich noch ein Pfostentreffer von Jayden Lammel. Mit der größeren Effizienz wartete der Gegner auf. In drei Fällen konnte auch die Glanzform des Stuttgarter Keepers Nick Vieregge nichts mehr retten. Bei den Schüssen von Kyle Bollers (18., 18. Saisontor), Jan Hammerbauer (42.) und des Ex-Rebels-Akteurs Adam Schusser (55.) war der 23-Jährige machtlos. Den ersten beiden Gegentoren gingen unnötige Puckverluste im Spielaufbau voraus.

So bleibt nun nur die Derby-Devise: Mund abputzen, Ärmel hochkrempeln, weiter geht’s. Warum ausgerechnet gegen den großen Favoriten Heilbronn die Wende gelingen sollte? Auch wenn es arg abgedroschen klingt: „Weil eben Derbys ihre eigenen Gesetze haben“, sagt Schmid. Und, trotziger Zusatz: „Weil wir in dieser Liga weiterhin jeden Gegner schlagen können.“ Erst recht mit den eigenen Fans im Rücken. Schmid hofft auf „eine volle Hütte“ mit vierstelliger Zuschauerzahl.

Die Statistik zum Spiel

Tore
0:1 Geidl (1.), 1:1 Bollers (18.), 2:1 Hammerbauer (42.), 3:1 Schusser (55.)

Strafzeiten
Bayreuth vier Minuten / Stuttgart zwei Minuten

Zuschauer
1044

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