Der Eishockey-Oberligist Stuttgart Rebels gewinnt nach einer starken Mannschaftsleistung beim Tabellenführer Memmingen mit 6:4. Zwei Verteidigern gelingt der Doppelpack.
Die Leistungen sind deutlich konstanter geworden. Dennoch sind die Stuttgart Rebels im dritten Jahr ihrer Oberliga-Zugehörigkeit oftmals wie eine Wundertüte unterwegs, was sie auch an diesem Dienstag wieder unterstrichen haben – dieses mal im positiven Sinn. Das Team von Trainer Jan Melichar sorgte für die Sensation des Spieltags und gewann vor fast 1200 Zuschauern bei den Memmingen Indians mit 6:4. Die Allgäuer sind alles andere als Laufkundschaft in der Staffel, sondern vielmehr das Maß aller Dinge, führen sie die Tabelle doch auch weiterhin an.
Mehr noch. Die vorangegangenen acht Partien hatten die Indians allesamt gewonnen, im Schnitt fast sieben Tore erzielt und in dieser Saison erst vier Niederlagen kassiert – zwei davon nun gegen die Rebels aus Stuttgart. Jene waren gegen den großen Favoriten auch im September schon als Überraschungssieger vom Eis gegangen, damals auf der Waldau mit einem 6:5 nach Verlängerung.
„Ein Topspiel der Mannschaft gegen einen starken Gegner“, sagt Matt Pistilli zum aktuellen Erfolg. Der Sportliche Leiter und (noch) zum Zuschauen verdammte Stürmer – sein deutscher Pass ist immer noch nicht eingetroffen – streicht aber einen Akteur besonders heraus, der während der Saison auch schon Kritik einstecken musste: Torhüter Nick Vieregge. „Er hat sensationell gehalten und uns mit super Saves die Chance auf den Sieg gegeben“, sagt Pistilli. Konkret: 94,7 Prozent der Schüsse entschärfte der 23-Jährige – eine ganz starke Fangquote.
Der zweiter Grund für den Stuttgarter Jubelmoment: die lange Bank. Soll heißen: Fünf Förderlizenzspieler schickten die Jungadler Mannheim als Unterstützung, und „diese haben einmal mehr ganz stark abgeliefert, sodass wir mit vier Reihen spielen konnten“, sagt Pistilli. Dementsprechend war bei diversen Rebels-Spielern im Vergleich zu den vergangenen beiden Heimspielniederlagen gegen Tölz (3:4) und Selb (4:7) Durchschnaufen angesagt, was sich positiv auf den gesamten Auftritt der Degerlocher auswirkte. Zwei Beispiele: der Verteidiger Dane Montgomery und der Stürmer Wyatt Schingoethe. Zuletzt seien diese 30, 35 Minuten auf dem Eis gestanden, dementsprechend auch gegen Ende der Partien müde gewesen. Nicht so in Memmingen. Da wirkten sie bis zum Ende frisch und konnten noch Akzente setzen. So sorgte Montgomery kurz vor Schluss mit seinem zweiten Treffer ins leere Gastgeber-Tor für die Entscheidung. Und dem Torjäger Schingoethe war zuvor Anfang des dritten Drittels der 4:4-Ausgleich gelungen.
Stuttgart Rebels beweisen Durchhaltevermögen
Generell bewiesen die Rebels auch „Durchhaltevermögen“, wie es der Coach Jan Melichar ausdrückt. Denn nach einer 2:0-Führung durch David Kirchhoff und Florian Renner im Auftaktdurchgang drehte der Spitzenreiter das Spiel und führten nach dem zweiten Drittel seinerseits mit 4:3. In der Vergangenheit sind die Rebels nach einem derartigen Spielverlauf häufig eingebrochen, scheinen aber mittlerweile einen Schritt weiter zu sein. Dieses Mal schlugen sie zurück – und wie. Schingoethe, erneut der eigentliche Verteidiger Kirchhoff und besagtes Empty Net Goal von Kapitän Montgomery sorgten letztlich für Stille auf den Rängen im Stadion am Hühnerberg.
Weiter geht es für die Rebels an diesem Freitag (19.30 Uhr) mit dem Württemberg-Derby beim Erzrivalen Heilbronner Falken. Das erste Aufeinandertreffen dieser Saison verlief wenig verheißungsvoll für die Degerlocher; sie unterlagen mit 1:9.
Spielinfos
Tore: 0:1 Kirchhoff (6:05), 0:2 Florian Renner (14:25), 1:2 Spurgeon (21:57), 2:2 Ouderkirk (25:37), 2:3 Montgomery (27:18), 3:3 (Pelekis (30:33), 4:3 Lillich (33:07), 4:4 Schingoethe (42:42), 4:5 Kirchhoff (49:35), 4:6 Montgomery (57:36/Emty Net)
Strafzeiten: 2 Memmingen 2/Stuttgart 4.
Z uschauer: 1176