Dank einer starken Energieleistung haben die Stuttgart Rebels ihr Heimspiel der Oberliga gegen die Passau Black Hawks mit 5:2 gewonnen und mit diesen in der Tabelle den Platz getauscht. Die Eishockey-Spieler von der Waldau belegen nach 22 Spielen nun den siebten Rang, sind also auf dem angestrebten Pre-Play-off-Kurs.
Wahnsinnig stolz sei er auf alle Spieler, die alles gegeben hätten, sagt der Rebels-Trainer Jan Melichar. Denn die Stuttgarter hatten einmal mehr eine kurze Bank; nur 13 Feldspieler standen zur Verfügung. Die Teilzeitkräfte von den Jungadlern aus Mannheim hatten selbst Spieltag. Notstand herrschte vor allem in der Verteidigung, zumal der Routinier Toni Ritter nach seiner Matchstrafe aus der Freitag-Partie in Heilbronn nur Zuschauer war. Er bekam eine Vier-Spiele-Sperre aufgebrummt.
So standen nur vier Defensivfachkräfte zur Verfügung. Improvisieren war bei den Rebels gefragt – ein Stürmer musste notgedrungen in die Abwehr. Die Wahl fiel auf Matt Pistilli. Der Angreifer und gleichzeitige Sportliche Leiter der Rebels hatte in den vorangegangenen Begegnungen aufgrund der zu hohen Anzahl von Kontingentspielern (maximal drei) nur zugeschaut, tauschte dieses Mal aber den Platz auf der Zuschauertribüne mit seinem kanadischen Landsmann Alex Blais. „Ich bin erfahren genug, um auch hinten spielen zu können. Ich habe das auch schon in der vergangenen Runde mal gemacht “, sagt Pistilli, der diese Position laut eigener Aussage möglicherweise „bis zum Saisonende“ bekleiden wird. Es habe ihm in der Defensive Spaß gemacht. Auch deshalb, weil man sich auf den Torhüter Nick Vieregge erneut verlassen konnte, er besser und besser werde und aktuell in einem super Flow sei, lobt Pistilli.
Aber auch die Specialteams der Rebels machten einen super Job. Die Unterzahl-Formation durfte gar zwei eigene Tore bejubeln. Der „Short-Hander-Spezialist“ Wyatt Schingoethe netzte beide Male ein. Er führt hiernach die Liga-Unterzahl-Schützenliste mit vier Toren in zehn Spielen an. Auch die Powerplay-Formation brachte Zählbares auf die Anzeigetafel. In diesem Fall war Jannik Herm Torschütze bei einer von sechs Möglichkeiten. Damit haben die Rebels in dieser Saison bei 75 Überzahlaktionen 18 Tore markiert. Das macht eine Quote von 24 Prozent und bedeutet Liga-Platz sechs in dieser Statistik. Spitzenreiter in diesem Bereich ist der aktuelle Klassenprimus Deggendorf mit 30,9 Prozent. Die weiteren Rebels-Tore markierten Daniel Pronin und Fabian Renner.
Am Freitag, dann voraussichtlich wieder mit Unterstützung aus Mannheim, geht’s für die Rebels weiter mit der Begegnung bei den Erding Gladiators. Und am Sonntag kommen um 17.30 Uhr die Tigers Bayreuth auf die Waldau.
Infos zum Spiel
Tore: 1:0 Schingoethe (8:29/Unterzahl), 1:1 Röthke (14:11), 2:1 Pronin (16:03), 3:1 Herm (33:32/Überzahl), 4:1 Schingoethe (42:55/Unterzahl), 4:2 Neuert (56:12), 5:2 Fabian Renner (58:58/Empty-Net).
Strafen: Stuttgart 6 Minuten/Passau 12 Minuten
Zuschauer: 529.