Eishockey: Stuttgarter EC Auftaktshow mit Wermutstropfen

Mathias Vostarek (Mitte), der Bruder des neuen Trainers,  erzielte den ersten Saisontreffer der Stuttgarter Rebels. Foto: Günter  Bergmann
Mathias Vostarek (Mitte), der Bruder des neuen Trainers, erzielte den ersten Saisontreffer der Stuttgarter Rebels. Foto: Günter Bergmann

Der Rebels unterstreichen ihre großen Ambitionen gleich im ersten Saisonspiel. Doch zumindest in einem Punkt gibt es beim 9:3-Sieg auch noch viel Luft nach oben.

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Degerloch - Plötzlich geht das Licht aus, auch die Musik verstummt. Drei Jungs, jeweils mit gelb-blauen Fahnen ausgestattet, stehen auf dem Eis. Um sie herum gleitet „Pferdinand“ auf seinen Kufen – so heißt das als Pferd verkleidete Maskottchen des Eishockey-Regionalligisten Stuttgart Rebels. Dann gilt: Spot an. Weißer Qualm schießt aus zwei Nebelmaschinen. Die Mannschaft der Gastgeber kommt unter dem Applaus und Trommelschlägen der Zuschauer aufs Spielfeld.

Es ist eine Show, wie man sie sonst eigentlich aus den Profiligen kennt. „Wir wollen den Zuschauern etwas bieten“, sagt Christopher Mauch, der sportlicher Leiter und Co-Trainer. Das ist zum Saisonauftakt am Freitagabend dann nicht nur vom Drumherum her gelungen, sondern auch in rein sportlicher Hinsicht. Nach der coronabedingten Rekordwettbewerbspause von elf Monaten siegten die Degerlocher gegen den EV Ravensburg II mit 9:3 und unterstrichen damit gleich ihre diesmal großen Ambitionen. Der Wermutstropfen: lediglich rund 250 Interessierte fanden sich in der Eiswelt auf der Waldau ein – deutlich zu wenig für die eigenen Ansprüche.

Das Rezept für mehr Zuspruch

„Da ist noch Luft nach oben“, sagt Mauch und fügt hinzu: „Wir hoffen in den nächsten Wochen auf 500 bis 600 Zuschauer.“ Vor der Pandemie waren es auch schon mal 800 gewesen, bei einem Spiel sogar mehr als 1000. Mauch sowie der neue Trainer Jakob Vostarek sind überzeugt, dass das Patentrezept für mehr Zuspruch vor allem einen Namen trägt: sportlicher Erfolg. In diesem Punkt ist die Anhängerschaft nach Jahren der Stagnation nicht gerade verwöhnt. Möglicherweise ist auch Corona verantwortlich dafür, dass erst einmal wieder ordentlich Überzeugungsarbeit notwendig ist, um Fans zu locken.

Gemeinsam mit Mauch bildet Vostarek die neue Doppelspitze der Rebels. Mutig haben die beiden den Titelgewinn als Ziel ausgegeben – und überbieten damit die offizielle Vorgabe des Vereins, in der erst einmal nur vom Erreichen der Play-Off-Runde die Rede ist. Nicht nur hinsichtlich der Einlaufshow will man sich professionalisieren.

Zwei Doppeltorschützen

Zum aktuellen Start taten die Gastgeber sich nur in der Anfangsphase schwer. Beim 0:1 und 1:2 liefen sie zweimal einem Rückstand hinterher. Mitte des zweiten Drittels führten sie dann bereits mit 5:2 – dies gegen einen Gegner, „den man erst einmal hinter sich lassen muss“, wie Vostarek anmerkte. Er selbst gestikulierte viel während des Spiels und winkte auch mal ab. Das solle nicht falsch verstanden werden. „Die Mannschaft hat das heute mega gemacht. Wir sind durchweg zufrieden und haben uns das heute hart erarbeitet“, sagte Vostarek, für dessen Aufgebot die Neuzugänge Jonah Hynes und Christian Leers jeweils doppelt trafen.

Ein erster Schritt ist also gemacht, auch fürs Publikum. Von dort waren am Ende ebenso positive Stimmen zu hören. „Es ist einfach super, die Kumpels hier nach eineinhalb Jahren Pandemie wieder zu sehen“, sagte ein Anhänger lächelnd. „Bierle trinken und geilen Sport sehen – mehr will ich gar nicht“, meinte ein anderer. Dass für die Verantwortlichen ihres Lieblingsclubs der Aufstieg in die Oberliga mittlerweile ein konkretes Thema ist, finden sie gut. „Überzeugt“ sei er vom neuen Coach Vostarek, ist von einem Fan zu hören. „Der lässt offensiver spielen.“

„Erst wieder warm werden“

Die große Euphorie wollte auf den Rängen dann allerdings trotz des deutliche Siegs noch nicht aufkommen. Während der Begegnung übertönten über weite Strecken das Zischen der Kufen und die Wucht der gegen die Banden rauschenden Oberkörper die sonstige Geräuschkulisse. „Nach der langen Pause müssen alle erst wieder warm werden“, sagt Mauch.

Teil zwei folgt am nächsten Freitag, dann gegen den ESC Hügelsheim, erneut zuhause – und, so viel ist sicher: erneut mit flankierendem Showprogramm. Tore: 0:1 Seba (3.),1:1 Mathias Vostarek (4.), 1:2 Kirsch (4.), 2:2 Traub (17.), 3:2 Fink (20.), 4:2 Hynes (21.), 5:2 Leers (32.), 6:2 Daubner (36.), 7:2 Leers (39.), 8:2 Willer (45.), 8:3 Seba (51.), 9:3 Hynes (57.)

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