Eishockey-Talent Niels Kempf Ein Gerlinger im internationalen Eishockey-Kosmos

Muss sich in der DNL durchsetzen: Niels Kempf von den Bietigheim Steelers Foto: privat

Der Gerlinger Niels Kempf spielt mit 18 Jahren in der zweithöchsten deutschen Nachwuchsliga bei den Bietigheim Steelers und wird dafür ausgezeichnet.

Mit seinen 18 Jahren ist Niels Kempf im süddeutschen Eishockey-Kosmos schon ganz schön viel herumgekommen. Im jungen Alter von gerade einmal fünf Jahren begann der Gerlinger beim Stuttgarter EC, dem er zehn Jahre lang treu blieb. 2020 wechselte der Stürmer zu den Heilbronner Falken in der Hoffnung, dort den Sprung in die DEL 2 zu schaffen. Dies wäre jedoch mit einem Umweg über die zweite Mannschaft verbunden gewesen. Daher wechselte er im Alter von 17 Jahren zum Traditionsclub SC Riessersee, wo er die Chance bekam, in der DNL 2, der zweithöchsten deutschen Nachwuchsliga, zu spielen.

 

Am Ende seiner ersten Saison in der DNL 2 stand allerdings nur Rang acht und das Aus in der ersten Play-off-Runde. Grund war der sehr kleine Kader: Mit gerade einmal 13 Spielern stellte das Team aus Garmisch-Partenkirchen die mit Abstand wenigesten Akteure in der Liga. „Auf Dauer ließ sich das nicht kompensieren“, erzählt Niels Kempf.

Das komplette Gegenteil erlebte der 18-Jährige im Anschluss in dieser Saison bei der U 20 der Bietigheim Steelers: Der Kader war mit 24 Feldspielern so stark, dass es für den 1,70 großen und 62 Kilogramm schweren Gerlinger nur für die vierte Sturmreihe reichte. Nicht nur in der Liga, selbst im eigenen Team gehört er damit zu den sportlichen Leichtgewichten. Doch er bewegt sich in einem internationalen Umfeld: Zu seinen Teamkollegen gehören unter anderem ein Kanadier, ein Lette, drei Tschechen, ein Rumäne und ein Pole. Und er wandelt ein Stück weit auf den Spuren seiner Mutter: Auch sie hat bei den Bietigheim Steelers Eishockey gespielt.

Mit fünf zum ersten Mal auf dem Eis

Sie war es auch, die ihren Sohn zum Eishockey brachte: Im Alter von fünf Jahren nahm sie ihn zu einem Spiel der Heilbronner Falken mit – danach wusste Niels Kempf, welche Sportart er ausüben wollte. Vier Jahre lang spielte er auch Fußball, doch auf Schlittschuhen fand er einfach mehr Spaß. „Im Eishockey geht es schneller und härter zu, und es fallen mehr Tore“, zählt er die Vorzüge auf.

Sportlich hat sich Niels Kempf mit dem Vereinswechsel etwas verbessert: Die Qualifikationsrunde beendeten die Bietigheim Steelers auf Rang sechs im Feld von acht Mannschaften. „Es wäre vielleicht sogar noch mehr drin gewesen, wir haben ja sogar einmal die Jungadler Mannheim geschlagen, die Tabellenerster waren“, meint Niels Kempf. Das Problem sei jedoch gewesen, dass die Mannschaft zu Beginn der Saison noch nicht richtig eingespielt gewesen sei. Diese hatte mit fünf Niederlagen in Serie und nur drei geschossenen Toren begonnen, erst im sechsten Spiel in Dresden gab es den ersten Sieg (5:4).

Keine Chance gegen Adler Mannheim

Zu was das Team um Niels Kempf in der Lage war, zeigte es in der ersten Play-off-Runde, als sich der Tabellensechste gegen den Nachwuchs der Iserlohn Roosters, der die reguläre Runde auf Rang drei abgeschlossen hatte, in einer hart umkämpften Best-of-five-Serie mit 3:2 durchsetzte. In der zweiten Play-off-Runde erwies sich dann der Vorrunden-Klassenprimus Adler Mannheim als eine Nummer zu groß, nach drei Niederlagen gegen den DEL-Nachwuchs stand das Aus fest.

Auch wenn Niels Kempf in seiner ersten Saison bei den Steelers ohne Tor und Assist geblieben ist, nimmt er doch persönlich viel für sich mit: „Ich bin noch schneller geworden und habe meine Übersicht auf dem Eis verbessert, weil ich den Kopf häufiger oben behalte“, erklärt er. Auch in der kommenden Saison wird er voraussichtlich vier Trainingseinheiten pro Woche unter der Leitung von Trainer Rupert Meister, einem ehemaligen Nationaltorhüter, absolvieren. Außerdem stehen zwei Spiele pro Wochenende auf den Programm. Zugleich will er seine Ausbildung zum Schreiner weiter voranbringen.

Und seine Auftritte in der zweithöchsten deutschen Nachwuchsliga sind nicht unbemerkt geblieben. Kempf wurde von der Stadt Gerlingen zum zweiten Mal bei der Sportlerehrung ausgezeichnet.

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