Eishockey-Zweitligist benötigt sechsstellige Summe Mammutaufgabe für die Bietigheim Steelers

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Die Lizenzauflagen fordern von den Bietigheim Steelers, dass sie bis Ende August einen mittleren sechsstelligen Betrag von Sponsoren beschaffen müssen - das dürfte sich schwierig gestalten.

Der Kader der Steelers (grünes Trikot) wurde bereits vor der Lizenzierungsphase zusammengestellt und ist von den Auflagen nicht betroffen. Foto: Baumann
Der Kader der Steelers (grünes Trikot) wurde bereits vor der Lizenzierungsphase zusammengestellt und ist von den Auflagen nicht betroffen. Foto: Baumann

Bietigheim-Bissingen - Die Lizenz für die DEL 2 wurde für die kommende Saison unter harten Auflagen erteilt. Damit beginnt die mühevolle Arbeit bei den Bietigheim Steelers, die geforderten wirtschaftlichen Voraussetzungen herzustellen. „Wir werden uns der Herausforderung stellen“, sagt Volker Schoch, der Geschäftsführer des Eishockey-Zweitligisten.

Das DEL-Schiedsgericht hatte mit der Lizenzvergabe die Steelers verpflichtet, dass sie liquide Mittel über einen mittleren sechsstelligen Betrag beschaffen, darüber hinaus wird ein externer Prüfer den Einblick in die Bücher erhalten und monatlich an die Ligagesellschellschaft über die Geschäftstätigkeit berichten. Bis Ende August hat der Club aus dem Ellental Zeit, das nötige Kapital an Land zu ziehen – was in Tagen der Corona-Krise und mit den damit einhergehenden wirtschaftlichen Einschränkungen bei den meisten Unternehmen eine anspruchsvolle Aufgabe darstellt. „Es geht darum, dass der Club sich finanziell stabilisiert. Die Steelers haben ja keinen Hehl daraus gemacht, dass sie sich auf den Weg der Sanierung begeben wollen“, betont Rene Rudorisch, der Geschäftsführer der DEL 2. Es geht der Liga letztlich darum, dass die Bietigheimer ihre finanzielle Situation absichern, damit die Teilnahme am Spielbetrieb bis zum Ende der neuen Saison garantiert ist. Die Runde der DEL 2 soll am 2. Oktober beginnen.

Der Club hat etwa 650 000 Euro Verbindlichkeiten

Der viermalige Zweitliga-Meister häufte im Laufe der Zeit Schulden in Höhe von knapp 1,5 Millionen Euro an, nachdem sich Porsche vor rund neun Jahren als Hauptsponsor verabschiedet hatte. 170 000 Euro, die sich unter Geschäftsführer Volker Schnabel angesammelt hatten, hat dessen Nachfolger Schoch im Frühjahr 2018 abgearbeitet. In der Folge wurden Bürgschaften über 600 000 Euro eingestellt sowie für 200 000 Euro Patronatserklärungen von Aufsichtsratsmitgliedern erteilt. Schließlich wurde der Kapitalfehlbetrag in der Bilanz nach Darlehensverzichten auf etwa 650 000 Euro reduziert, auch weil in der Saison 2018/2019 die Personalkosten um rund 300 000 Euro reduziert wurden. Diese 650 000 Euro Verbindlichkeiten sollen nun möglichst schnell abgetragen werden. „Wir erwarten, dass der Club seine Überlebens­fähigkeit nachweist“, betont DEL-2-Geschäftsführer Rudorisch. Der einzusetzende Prüfer soll regelmäßig an die Liga berichten – die Steelers können eine Person vorschlagen, der die DEL 2 aber zustimmen muss.

Auf die sportliche Situation dürften die Auflagen zunächst kaum Auswirkungen haben, die Kaderplanung war vor der Lizenzierungsphase abgehakt – das Team steht. Auf dem Eis ist Trainer Daniel Naud gefordert, die Cracks fit für den anvisierten Aufstieg zu machen. Und Volker Schoch muss neue Sponsoren akquirieren. Schwer zu beurteilen, welche Herausforderung die größere ist.

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