Tim Kehler wird Nachfolger des freigestellten Ex-Coachs Alexander Dück. Zudem kommt der Sohn einer Stürmer-Legende.

Sport: Marius Gschwendtner (mgs)

Die Bietigheim Steelers haben nach der Freistellung von Alexander Dück einen neuen Headcoach: Tim Kehler wechselt von den Schwenninger Wild Wings zum Eishockey-Zweitligisten. Der 54-jährige Kanadier war die vergangenen drei Jahre Assistenztrainer beim DEL-Club aus Schwenningen.

 

„Ich freue mich sehr, der neue Headcoach der Bietigheim Steelers zu sein. Der Standort blickt auf eine Geschichte voller Erfolge zurück und ich bin begeistert davon, ein Teil einer so traditionsreichen Organisation zu werden“, wird Kehler in einer Mitteilung des Vereins zitiert. Er könne es kaum erwarten, „nach Bietigheim zu kommen und mit der Arbeit zu beginnen“, sagt er weiter.

Kehler startete seine Trainerlaufbahn Anfang der 2000er-Jahre in Nordamerika, wo er sich in verschiedenen Juniorenligen einen Namen machte und wurde 2011 als „Trainer des Jahres“ ausgezeichnet. Später war er in Ungarn und bei den Löwen Frankfurt tätig. Mit den Hessen gelang ihm der Aufstieg in die DEL2. Weitere Erfahrung sammelte Kehler beim EC Red Bull Salzburg, den Kassel Huskies und den Ravensburg Towerstars, ehe er nach Schwenningen wechselte.

Geschäftsführer Gregor Rustige berschreibt die Trainersuche so: „Uns war besonders wichtig, einen Trainer zu finden, der nicht nur sportlich überzeugt, sondern auch menschlich zu unserem Umfeld, unserer Region und zur Identität unseres Clubs passt.“ In genau jenes erstellte Profil habe Kehler gepasst: „Die Gespräche mit Tim waren dabei von Anfang an sehr offen, respektvoll und vertrauensvoll.“ Er freue sich, dass es gelungen sei, Kehler für „unseren gemeinsamen Weg“ gewonnen zu haben“, so Rustige weiter.

Ex-Trainer Dück war während der laufenden Playoff-Halbfinalserie freigestellt worden, nachdem das Amtsgericht Besigheim auf Erlass der Staatsanwaltschaft Heilbronn einen Strafbefehl wegen sexueller Belästigung gegen den 45-Jährigen erlassen hatte.

Sohn von Ex-Spieler stürmt ab sofort

Auch auf dem Eis vermelden die Bietigheim Steelers eine namhafte Verpflichtung. Von den Hannover Indians (Oberliga Nord) wechselt Nolan Ritchie ins Ellental. Der Vater des 23-jährige kanadischen Stürmers, Darren Ritchie, lief von 1998 bis 2004 in 274 Spielen (206 Tore und 187 Assists) für die Bietigheimer auf. „Ich freue mich schon sehr darauf, in der neuen Saison für die Steelers zu spielen. Es ist etwas Besonderes für mich, für den Club zu spielen, bei dem mein Vater sechs Jahre lang so erfolgreich war“, sagt Nolan Ritchie.

Der 1,80 m große Linksschütze dominierte die Oberliga in den vergangenen zwei Jahren und kam dabei in exakt 100 Spielen auf 76 Tore und 96 Vorlagen. Geboren wurde er im kanadischen Brandon, wo er das Eishockeyspiel bei den ortsansässigen Wheat Kings erlernte. In der Western Hockey League (WHL), einer der besten Juniorenligen Kanadas, führte er die Mannschaft als Kapitän an. Zudem absolvierte er elf Spiele in der East Coast Hockey League (ECHL) für Utah, wo er zwei Tore und drei Vorlagen verbuchte.

Im Sommer 2023 wechselte Ritchie nach Meran in die kontinentale Alps Hockey League. Nach 43 Spielen und 80 Punkten, darunter 34 Tore, wechselte er zur folgenden Spielzeit weiter nach Heilbronn. Dort wurde er in der Saison 2024/25 zum Stürmer des Jahres der Oberliga Süd gekürt und war zudem nach der Hauptrunde Topscorer der gesamten Oberliga.