Nach ihrem Vorjahressieg landet die Stuttgarterin Anna-Angela Minna bei den deutschen Eiskunstlauf-Meisterschaften dieses Mal auf Rang zwei.
Lockerheit und Leichtigkeit sind für Anna-Angela Minna wichtig – auch bei ihrem Sport. Beides auf das Eis zu „zaubern“, ist der 19-Jährigen in dieser Woche einmal mehr gelungen. Bei den deutschen Eiskunstlauf-Meisterhaften in Oberstdorf feierte die Athletin des Stuttgarter ERC die Vizemeisterschaft in der Kategorie Jugend Damen B.
Wobei sie sagt: „Es hätte besser laufen können.“ Immerhin trat sie als Titelverteidigerin an. Aber sowohl im Kurzprogramm als auch in der Kür traf sie die Abschlusssprünge sozusagen nicht auf den Punkt, genauer gesagt: „Sie waren nicht ganz auf rückwärts; die vollständige Rotation hat gefehlt“, erklärt ihre Trainerin Anuschka Gläser. Besagte Sprünge, jeweils der Rittberger, sind eigentlich eine sichere Bank im Repertoire von Minna, die mit neun Jahren von Reutlingen nach Stuttgart gewechselt ist und seitdem von Gläser betreut wird. Eine „gewisse Aufregung und Müdigkeit gegen Ende des Vortrags“ führt sie selbst als Gründe für die Fehler bei ihrem Lieblingssprung an, den sie „sonst im Schlaf beherrscht“. Den Preisrichtern ist das natürlich nicht entgangen, weshalb sie in der Endabrechnung mit 96,07 Punkten auf Platz zwei hinter Elisa-Theres Höhne vom Dresdner Eislauf-Club (103,15 Punkte) und vor Helen Lehman (TSG Darmstadt/95,67) landete. Nicht die typische Reihenfolge. Im November beim Wettbewerb „Großer Berliner Bär“ war die Stuttgarterin ebenfalls Zweite geworden – aber vor der Athletin aus Dresden. Beide seien auf einem ähnlichen Niveau, es entscheide die Tagesform, sagt Gläser.
Derweil war Minna bei ihren Darbietungen in Oberstdorf einmal mehr „sehr ausdrucksstark und hat mit dem Publikum gespielt, das ist ihre größte Stärke“, so ihre Trainerin. Ihr Schützling unterstreicht das: Sie wolle eine Party auf das Eis bringen, die Zuschauer unterhalten und eine Geschichte erzählen. In Oberstdorf hat sie das unter anderem mit dem Song „Maneater“ von Nelly Furtado und K-Pop vorgeführt. Generell sieht sie ihre Fortschritte ein Jahr nach ihrem Titelgewinn im künstlerischen Bereich und ganz besonders bei den Pirouetten. Letztere könne sie nun schneller durchführen, was ein weiterer Pluspunkt sei.
Die 19-Jährige, die ihre Kostüme selber designt und bei der Choreografie Impulse gibt, hat mittlerweile ihre Ausbildung zur Sport- und Gymnastiklehrerin abgeschlossen. Sie arbeitet bei ihrem Verein als Tanz- und Athletiktrainerin und kümmert sich um Choreografien sowohl beim SERC als auch für die Fördergruppe des Stützpunktes.
Und wie soll es sportlich weitergehen? Aktuell arbeitet sie am Sprung in die Meisterklasse. Dafür ist eine Prüfung mit Dreifach-Sprüngen notwendig, die jedoch noch nicht klappen würden. Aber: „Es sieht gar nicht so schlecht aus“, sagt Minna mit gewohnter Lockerheit.