Eiskunstlauf-Skandal Das nächste Kapitel im Fall Karel Fajfr

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Erneut werden schwere Vorwürfe gegen den Eiskunstlauf-Trainer erhoben, der 1995 in Stuttgart wegen Misshandlung und sexuellen Missbrauchs verurteilt worden war.

Gemeinsame TV-Analyse  in den 1980er Jahren. Heute will Tina Riegel nichts mehr mit Karel Fajfr zu tun haben. Foto: Baumann
Gemeinsame TV-Analyse in den 1980er Jahren. Heute will Tina Riegel nichts mehr mit Karel Fajfr zu tun haben. Foto: Baumann

Stuttgart - Als Christina Jöst davon erfährt, ist sie erst einmal sprachlos. Irgendwann sagt sie: „Ich bin schockiert. Das ist ja furchtbar.“ Es ist eine Information, die die 53 Jahre alte Stuttgarterin mit einem Schlag zurück in ihre eigene Jugend katapultiert, in eine Zeit, als sie noch Tina Riegel hieß, ein Eiskunstlauf-Star war und zusammen mit ihrem Partner Andreas Nischwitz zur Weltklasse gehörte. 1981 wurden sie Weltmeisterschaftsdritte und holten EM-Silber. Diese Erfolge sind für sie aber unweigerlich und eng mit dunklen Momenten verbunden. Denn ihr Trainer Karel Fajfr tobte sich damals regelmäßig an dem so fröhlich wirkenden 1,50 Meter großen Teenager aus – verbal und körperlich. „Wenn ich einen Fehler gemacht habe, hat er mich beleidigt, an den Haaren gezogen und geschlagen“, hat Tina Riegel vor ein paar Jahren schon in einem Interview mit dieser Zeitung gesagt.