Eisportgemeinschaft Esslingen Eiskunstlaufen als Teamsport
Bei der ESG Esslingen werden mit viel Engagement und wenig Kaderdruck regelmäßig Erfolge eingefahren – und das seit bald fünfzig Jahren.
Bei der ESG Esslingen werden mit viel Engagement und wenig Kaderdruck regelmäßig Erfolge eingefahren – und das seit bald fünfzig Jahren.
Das Eiskunstlaufen hat bei der Eisportgemeinschaft Esslingen seit nun fast fünfzig Jahren Tradition. Die ESG erzielte in der Vergangenheit Erfolge auf dem Eis – und ist auch aktuell mit starken Leistungen unterwegs. In Nathanael Seiffer kommt etwa der Zweite der deutschen Jugendmeisterschaften aus Esslingen. Im Esslinger Eisstadion auf der Neckarinsel wird seit bald 50 Jahren auf dem Eis gelaufen. Die ESG zählt mehr 600 Mitglieder.
Aber nicht nur im männlichen Bereich gibt es vielversprechenden Nachwuchs bei der ESG: Bei den baden-württembergischen Meisterschaften führte die zwölfjährige Allissa Obrant ihre Altersklasse mit der Kürwertung an. Insgesamt schafften es fünf Esslingerinnen in die Top zwölf der Kategorie Nachwuchs B und in der Kategorie Nachwuchs C kamen vier Esslinger Läuferinnen unter die besten zwanzig Plätze. Die gute Jugendarbeit der ESG wurde in der Vergangenheit zweimal mit dem Joachim-Schilling-Pokal ausgezeichnet.
Maßgeblich an diesen Erfolgen beteiligt ist die ESG-Abteilungsleiterin Uta Fingerle. Sie selbst war Eiskunstläuferin und bringt 35 Jahre Erfahrung als Eisrichterin bei deutschen Meisterschaften mit. Heute leitet Fingerle die Geschicke abseits des Eises: „Ich mache kein Training mehr auf dem Eis, aber ich bin bei jedem Training dabei, beurteile die Läuferinnen und stelle Fördergruppen zusammen“, erklärt sie.
Dass die ESG eine gefragte Adresse für Eiskunstlauf ist, zeigt auch der große Andrang: Allein im Januar gingen mehr als 40 Anträge auf Trainingsplätze ein. Aufgrund der begrenzten Kapazitäten im Richard-Hirschmann-Eisstadion muss Fingerle teilweise und sehr ungern ablehnen. „Wir freuen uns immer, wenn so viele Leute Interesse haben. Umso schwerer fällt es dann, irgendwann ‚wir sind voll‘ sagen zu müssen.“
Montags und freitags finden Trainings statt, an denen sowohl Freiläufer als auch Anfänger ohne Freiläufer-Prüfung teilnehmen. Bei diesen Einheiten sind mittlerweile mehr als 90 Menschen auf den Kufen unterwegs, geleitet von 28 ehrenamtlichen Übungsleiterinnen und Übungsleitern, von denen zwei einen Trainerschein besitzen.
Ein Grund für den Erfolg der ESG ist nicht nur nach Fingerles Meinung der gelebte Zusammenhalt im Verein. „Es gibt hier keinen richtigen Kaderdruck. Wir verstehen uns alle gut und helfen uns. Hier sind auch welche, die nur zum Spaß laufen. Wir sind mehr eine Familie als ein Verein“, schwärmt der 18-jährige Seiffer. Auch Fingerle betont: „Es gibt hier kein starkes Konkurrenzdenken, selbst wenn sie eigentlich Konkurrenten sind. Es macht mich stolz, zu sehen, wie sich unsere Läufer gegenseitig unterstützen. Das ist wie beim Teamsport.“ Seiffer selbst läuft seit seinem sechsten Lebensjahr auf dem Eis – damals kam er über einen Ferienkurs zur ESG.
Dass die Zugehörigkeit auch sichtbar wird, zeigt sich bei den Mädchen der Kategorie Nachwuchs C: Die im Verein allgemein als „Glitzerbande“ bekannte Gruppe schloss sich während der Corona-Zeit zusammen und fällt durch ihre funkelnde Kleidung auf dem Eis auf.
Im Gegensatz zu anderen Vereinen der Region ist das Esslinger Eisstadion, in dem auch regelmäßig und erfolgreich Eishockey und Eisstocksport betrieben wird, nicht städtisch betrieben. In diesem November wird das fünfzigjährige Bestehen des Richard-Hirschmann-Stadions gefeiert. Dank vieler Ehrenamtlicher und engagierter Mithilfe konnten hier über die Jahre optimale Bedingungen für den Eissport geschaffen werden. „Wir haben verhältnismäßig viel Platz auf dem Eis und gute Übungsleiter – das sind ideale Bedingungen“, erklärt Seiffer.
Die Saison auf dem Eis geht von Mitte September bis Mitte März. Die Zeit wird intensiv genutzt. „Wir haben sieben bis acht Trainings pro Woche, ich bin etwa acht Stunden in der Halle“, berichtet Seiffer. Im Sommer wird zwar nicht auf dem Eis trainiert, jedoch durch Trockenübungen weiterhin auf die kommende Saison vorbereitet. Den aktuellen Erfolgen werden bestimmt weitere folgen – und damit wird die Tradition fortgeführt.