Eklat im Lichtenwalder Gemeinderat Keine Machtspielchen im Ratssaal
In der Gemeinde Lichtenwald werden alte Gräben wieder aufgerissen. Machtspielchen und Besserwisserei haben im Ratssaal nichts zu suchen, meint Kommentator Peter Stotz.
In der Gemeinde Lichtenwald werden alte Gräben wieder aufgerissen. Machtspielchen und Besserwisserei haben im Ratssaal nichts zu suchen, meint Kommentator Peter Stotz.
Wieder einmal liegen sich Lichtenwalds Bürgermeister Ferdinand Rentschler und Teile des Gemeinderats in den Haaren. Die mühsam überbrückten kommunikativen Brüche haben sich wieder aufgetan. Und dabei wollen doch beide Seiten dasselbe: eine neue Homepage in modernem Design, funktional und optisch ansprechend.
Hier lesen Sie den Artikel zum Kommentar: Hat der Bürgermeister den Gemeinderat übergangen?
Einige Ratsmitglieder entwickeln in etlichen abendlichen Arbeitsgruppenstunden ein Konzept dafür. Die Umsetzung kostet 20 000 Euro, der Gemeinderat gibt grünes Licht. Zeitgleich treibt der Bürgermeister einen Anbieter auf, der die Sache kostenfrei erledigt. Der wird beauftragt, die Homepage freigeschaltet. Eigentlich ist das eine gute Sache – 20 000 Euro gespart, die arg strapazierte Kasse entlastet. Allerdings müssen die Ehrenamtlichen, die viel Zeit und Energie investiert haben, auch mitgenommen werden.
So wundert es nicht, dass einige der Räte sehr erbost sind. Von Vertrauensverlust ist die Rede, vom Hintergehen des Gremiums, von Sabotage der ehrenamtlichen Arbeit. Der Bürgermeister zeigt, dass auch er bockig sein kann, sieht sich im Recht, beharrt auf seiner Interpretation. Auch der Verwaltungschef weiß mit verbalen Spitzen zu hantieren. Von einer an der Sache orientierten Diskussion ist das alles weit entfernt.
Kommunikationsstörungen werden nicht dadurch beseitigt, dass man versucht, sich gegenseitig bei jeder Gelegenheit möglichst schmerzhaft zu attackieren. Sticheleien, Spitzfindigkeiten und gegenseitige Schuldzuweisungen tragen nur dazu bei, dass die Erregungskurve steigt. Machtspielchen und Besserwisserei haben aber im Ratssaal nichts zu suchen. Der Gemeinderat und der Bürgermeister in Lichtenwald sind gleichermaßen gehalten, im Sinne einer guten Entwicklung der Gemeinde verloren gegangenes Vertrauen wieder aufzubauen und gemeinsam zu einer sachlichen Ebene zurückzukehren.