Elektromobilität Daimler bringt auch den Citan mit Elektroantrieb

Von  

Daimler will seine drei gewerblichen Van-Baureihen künftig auch mit Elektroantrieb anbieten. Der Autobauer ist unter Zugzwang geraten, nachdem die Post-Tochter Streetscooter erfolgreich in den Markt für Elektrotransporter eingestiegen ist.

Alles Mercedes-Vans soll es künftig auch mit Elektroantrieb geben. Foto: Daimler
Alles Mercedes-Vans soll es künftig auch mit Elektroantrieb geben. Foto: Daimler

Stuttgart - Daimler will sämtliche gewerblichen Transporter von Mercedes-Benz künftig auch mit Elektroantrieb anbieten. Dies kündigte der Autobauer bei einer Veranstaltung in Berlin an. „Wir sind von der Notwendigkeit des elektrischen Antriebs in unseren Vans überzeugt, insbesondere im innerstädtischen Bereich“, erklärte Volker Mornhinweg, der Chef der Transportersparte. Nachdem bereits bekannt war, dass es den Vito und den Sprinter als Stromer geben soll, teilte das Unternehmen nun mit, dass auch der Stadtlieferwagen Citan einen Elektroantrieb erhalten soll.

Der Vito startet in der zweiten Hälfte des nächsten Jahres

Die Elektroversion des mittelgroßen Transporters Vito kann nach Angaben des Unternehmens ab sofort bestellt werden. Die Auslieferung soll in der zweiten Hälfte des nächsten Jahres starten. Die Preisliste beginnt (ohne Mehrwertsteuer) knapp unter 40000 Euro. Die Reichweite einer Batterieladung soll bei rund 150 Kilometern liegen und selbst bei ungünstigen Bedingungen, wie etwa niedrigen Temperaturen, nicht unter 100 Kilometer rutschen. Die Betriebskosten sollen auf Augenhöhe mit der Dieselvariante liegen. Der Autobauer verweist darauf, dass den höheren Anschaffungskosten geringere Energie- und Wartungskosten und Einsparungen bei der Steuer gegenüberstehen. Auf den Vito soll 2019 dann die Elektroversion des großen Transporters Sprinter und einige Jahre später der Stadtlieferwagens Citan mit Elektroantrieb folgen.

Daimler ist unter Zugzwang geraten

Daimler ist bei den Transportern unter Zugzwang geraten, nachdem die Deutsche Post aus Mangel an geeigneten Angeboten der Nutzfahrzeughersteller das Aachener Start-up Streetscooter mit der Entwicklung eines maßgeschneiderten Elektrotransporters beauftragte und dieses Jungunternehmen später übernommen hat. Heute hat die Post bereits 4000 Stromer im Einsatz. Seit kurzem werden die Transporter nicht nur für den Bedarf der Post produziert, sondern auch an externe Kunden verkauft. Auf mittlere Sicht wird ein Absatz von 100000 Transportern im Jahr angepeilt.

Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer vergleicht Streetscooter mit dem kalifornischen Elektroauto-Pionier Tesla und kritisiert, dass die PS-Branche zu stark der Tradition verhaftet sei und neue Technologien oft nur zaghaft anpacke. Die Autobauer haben in der Vergangenheit zwar immer wieder mit Elektrotransportern experimentiert und Pilotprojekte gestartet, die jedoch nie in eine Serienproduktion mündeten. Daimler hatte im Frühjahr bereits angekündigt, dass der Paketlieferdienst Hermes seine Flotte in den kommenden Jahren mit Elektrotransportern der Baureihen Vito und Sprinter aufrüsten will.