Elektromobilität Das sind die neuen E-Autos der Stuttgarter Feuerwehr

Von Alexander Schmitt 

Die Stuttgarter Feuerwehr hat neue E-Autos im Fuhrpark. Sie ist damit bundesweit eine der ersten Feuerwehren mit Elektro-Fahrzeugen.

Georg Belge (rechts), Leiter der Branddirektion Stuttgart, erklärt Oberbürgermeister Fritz Kuhn  die neuen Elektro-Fahrzeuge im Fuhrpark. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski 6 Bilder
Georg Belge (rechts), Leiter der Branddirektion Stuttgart, erklärt Oberbürgermeister Fritz Kuhn die neuen Elektro-Fahrzeuge im Fuhrpark. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Stuttgart - Leise sind sie, wenn sie auf den Straßen der Stadt unterwegs sind. Aber mit den neongelben Aufklebern sind sie trotzdem auffällig: die neuen E-Autos der Feuerwehr Stuttgart. Fünf Stück gibt es, die nun in den Dienst der Brand- und Unfallwächter gestellt wurden. Und damit ist die Feuerwehr Stuttgart eine der ersten Feuerwehren bundesweit. Ziel sei es, die eigene Mobilität umweltfreundlicher zu gestalten. Neu im Fuhrpark sind deshalb nun ein Audi E-tron als Kommandowagen, sowie drei E-Smarts und ein Volkswagen E-Golf für die Branddirektion.

„Vor zweieinhalb Jahren wurde die Nachhaltigkeit der Fahrzeuge ein Thema“, sagt Georg Belge, Leiter der Branddirektion Stuttgart, „dabei ist es gar nicht so einfach für Hersteller und Ausbauer.“ Denn in so ein Einsatzfahrzeug müsse ziemlich viel hinein, unter anderem Funk, Blaulicht und Martinshorn.

„Voll elektrisch und hoffentlich CO2-neutral“

Der neue Audi E-tron hat alles an Bord, um auf Notfälle zu reagieren. Indes sieht das Auto gar nicht so aus, als ob es mit Strom fährt. Es ist ziemlich groß und hat auch gar kein E-Kennzeichen. Diese sind nämlich in der Zulassungsordnung für Feuerwehr-Autos noch nicht vorgesehen. „Voll elektrisch und hoffentlich CO2 -neutral“ wolle man trotzdem fahren, so Amtsleiter Belge.

Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) freut sich, dass nun auch die Feuerwehr in die nachhaltige Elektromobilität eingestiegen ist: „Ich glaube, die Vorbehalte gegenüber Elektro-Fahrzeugen sind weniger geworden.“Laut einem städtischen Beschluss aus dem Jahr 2016 sei die Stadt dazu angehalten, ihren Fuhrpark nachhaltiger zu füllen. Dazu gehöre eben auch die Feuerwehr. „Und wir sind auch schon viel besser geworden. In Stuttgart gibt es mittlerweile keine Feinstaubprobleme mehr“, sagt Oberbürgermeister Kuhn. Trotzdem seien die Herausforderungen bei der Feuerwehr ganz andere, als bei anderen städtischen Fahrzeugen. „Vor allem die Reichweite muss stimmen“, so der Rathauschef. Im städtischen Umfeld sei dies aber kein Problem.

Für den neuen Audi E-tron ist diese Herausforderung auch gar nicht besonders groß. Ganze 432 Kilometer schafft das Auto mit einem voll aufgeladenen Akku. „Damit sind wir an einem Tag schon drei große und voneinander weit entfernte Einsätze gefahren“, so einer der Feuerwehrmänner.

Nachhaltige Mobilität bleibt eine Herausforderung

Mit Martinshorn und Blaulicht ist aber auch nur der Audi E-tron im Dienst. Die drei E-Smarts und der Volkswagen E-Golf werden in der Branddirektion eingesetzt, also vor allem in der Beratungs- und Präventionsarbeit der Feuerwehr Stuttgart.

Die Fahrzeuge können in jeder der Stuttgarter Feuerwachen an sogenannten „Wallboxen“ aufgeladen werden. Das sind einfache Steckdosen, die auf die normale Stromleitung zugreifen. Je nach Fahrzeug und Ladestand des Akkus dauert ein Ladevorgang vier bis acht Stunden. Eine Installation von Schnellladestationen sei aber bereits geplant. Gedacht sei zukünftig aber auch an die Anschaffung von Lkw-basierten Fahrzeugen mit umweltfreundlichem Antrieb. Dass heißt, die großen Einsatzfahrzeuge, die auch wirklich zur Brandbekämpfung eingesetzt werden, sollen nicht mehr mit Verbrennungsmotor fahren. Das würde aber noch dauern, denn die Technologie, zum Beispiel Brennstoffzellen, sei noch nicht ausgereift, so OB Kuhn.

Auch für Amtsleiter Belge ist die Anschaffung der fünf Fahrzeuge erst der Anfang: „Wir sind offen für die technischen Entwicklungen und beobachten den Fortschritt. In Zukunft werden dann vielleicht auch die großen Lkw-Fahrzeuge im Feuerwehr-Einsatz elektrisch fahren.“

Passende Fahrzeuge zu finden, war ein Herausforderung. „Aber der Feuerwehr ist es gelungen und das ist ein gutes Signal“, so Kuhn.




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