E-Bikes Auch Autozulieferer sehen großes Potenzial

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Jeder Dritte würde sich ein E-Bike kaufen, lautet das Ergebnis einer Umfrage. Der Markt für Elektroräder wird auch für immer mehr Autozulieferer interessant. Bosch hat dabei sogar den japanischen Markt im Visier.

Unterwegs mit dem Rad – bei Bedarf mit elektrischer Unterstützung Foto: dpa
Unterwegs mit dem Rad – bei Bedarf mit elektrischer Unterstützung Foto: dpa

Stuttgart/Berlin - Die Verkaufszahlen für Fahrräder mit Elektromotor – sogenannte Pedelecs beziehungsweise E-Bikes – nehmen seit Jahren zu. Allein im vergangenen Jahr wurden in Deutschland 605 000 E-Bikes verkauft, ein Plus von 13 Prozent. Damit liegt der Marktanteil von E-Bikes am Gesamtfahrradmarkt bei 15 Prozent. Nicht nur Senioren, auch immer mehr Jüngere setzen auf elektrische Unterstützung beim Radeln – egal ob es um lange Tagestouren, steile Anstiege oder eine Fahrt ins Büro geht, die nicht allzu schweißtreibend sein soll. Das Interesse ist groß. Mittlerweile besitzen sieben Prozent der Deutschen ab 14 Jahren ein E-Bike. Von denen, die noch keines haben, würde sich jeder Dritte ein E-Bike kaufen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Und noch mehr können sich demnach vorstellen, eines auszuleihen – nämlich 37 Prozent.

„E-Bikes spielen für die Mobilität im Alltag eine immer wichtigere Rolle. Das gilt für Berufspendler und Privatnutzer ebenso wie im geschäftlichen Bereich. Für Liefer- und Zustelldienste ist beispielsweise der Einsatz elektrischer Lastenräder interessant“, sagt Bitkom-Mobility-Experte Mario Sela.

Zulieferer Bosch, Marquardt, ZF und Mahle mischen mit

Den Rückenwind bei E-Bikes nutzen auch viele Autozulieferer und sehen großes Potenzial. Bosch ist schon vor acht Jahren in das Geschäft eingestiegen und mischt seither im E-Bike-Markt mit. Beliefert werden mittlerweile rund 70 führende Fahrradmarken in Europa mit verschiedenen Komponenten – von der Antriebseinheit (Motor und Getriebe) über Akkus bis zum Bord- und Fahrradcomputer.

Jetzt will Bosch mit der E-Bike-Sparte auch nach Japan expandieren. Bei der Tokyo Motor Show im Oktober wollen die Stuttgarter den Startschuss für den Markteintritt in Japan geben; sie erweitern nach eigenen Angaben damit ihre Präsenz in der Region Asien-Pazifik nach Australien und Neuseeland in weitere Länder. Bosch wird in Japan mit dem Servicepartner Intertec zusammenarbeiten.

Auch der Autozulieferer Marquardt aus Rietheim-Weilheim, einer der weltweit führenden Hersteller von elektromechanischen und elektronischen Schaltsystemen und Schaltern, setzt seit vergangenem Jahr zusätzlich auf das Geschäftsfeld E-Bike. „Als global agierendes Unternehmen, das jedes Jahr rund zehn Prozent seines Umsatzes in Forschung und Entwicklung investiert, setzen wir von jeher auf Zukunftstrends und gestalten diese mit – nicht zuletzt da, wo es um neue und besonders nachhaltige Mobilitätskonzepte geht“, hatte Harald Marquardt, Vorsitzender der Geschäftsführung, den Markteinstieg 2016 begründet. Man sei überzeugt, dass E-Mobility, sei es beim Fahrrad oder dem Auto, weiter an Bedeutung gewinnen werde. Zu den Komponenten, die Marquardt liefert, gehören Akkus samt Ladegeräten, Displays und Bedieneinheiten für den Fahrradlenker, sowie Motoren. Auch der Stuttgarter Mahle-Konzern hat schon angekündigt, 2018 als Komponentenlieferant in den E-Bike-Markt einzusteigen und mit Antriebseinheiten für Pedelecs in die Serienfertigung zu gehen.

Und der Zulieferriese ZF vom Bodensee hat erst im Juni die Gründung eines Joint-Ventures bekannt gegeben, um Produkte für den wachsenden Markt der E-Mobilität – auch bei Zweirädern – zu entwickeln, herzustellen und zu vertreiben. Wie andere Autozulieferer sieht auch ZF in dem Markt großes Potenzial – das gilt sowohl für die Beförderung von Personen als auch für Lastentransporte und schließt unter anderem auch Elektrofahrräder und -lastenfahrräder ein.

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