Elektromobilität für Mitarbeiter EnBW fragt Miete von 14 000 E-Autos an

Von Konstantin Schwarz 

Bei zwei Aktionen des Energieversorgers war die Nachfrage aus der Belegschaft enorm. Profitieren bald alle?

Die erste eigen E-Autoflotte hatte EnBW 2016 in Betrieb genommen. 2018 gab es dann Mitarbeiterautos. Foto: Christian Hass
Die erste eigen E-Autoflotte hatte EnBW 2016 in Betrieb genommen. 2018 gab es dann Mitarbeiterautos. Foto: Christian Hass

Stuttgart - Der Energiekonzern EnBW hat seinen Mitarbeitern in bisher zwei Runden Elektroautos zu günstigen Konditionen angeboten. 2018 konnten 180 einen BMW i3 für ein oder zwei Jahre leasen, im Jahr darauf bot der Konzern 150 E-Golfs für drei Jahre per Gehaltsumwandlung an. Nun prüft EnBW in einem Teilnahmewettbewerb, ob von Mai 2020 an jedem Mitarbeiter ein solches Angebot gemacht werden könnte.

„Im ersten Schritt“, heißt es in der Bekanntmachung, plane man, 14 000 berechtigten Mitarbeitern „rein vollelektrische Automobile zur privaten Nutzung zur Verfügung zu stellen, um dadurch die unternehmensstrategische Ausrichtung (CO2-Reduktion, Elektromobilität etc.) zu unterstützen und gleichzeitig den Mitarbeitern den Einstieg in die Elektromobilität dauerhaft und attraktiv anzubieten“. Bis zum 16. September könne man sich für das Verhandlungsverfahren anmelden, der Vertrag würde drei Jahre laufen. Gesprochen werden soll über „Leasing, Miete und/oder Abo-Modelle für Mitarbeiter Motivationsfahrzeuge“.

Nachfrage weit über Angebot

Die beiden Aktionsangebote 2018 und 2019 waren jeweils überzeichnet gewesen. Den vergünstigten BMW i3 samt Wallbox wollten 500 Mitarbeiter leasen, so EnBW-Sprecher Christof Hafkemeyer. Also musste das Los entscheiden. Am 23. Juni 2018 waren 101 dieser Autos von EnBW-Chef Frank Mastiaux und Landes-Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) in Stuttgart am Gaswerk übergeben worden, der Rest schon zuvor in Karlsruhe.

Kooperationspartner waren der Autovermieter Sixt, der die Fahrzeuge angeblich in die Vermietung übernehmen wollte, und BMW selbst. Gemeinsames Ziel sei „die Förderung der E-Mobilität und damit die Verbesserung der Luftqualität in den Städten“, hatte Susanna Eiber, BMW i-Vertriebsleiterin Deutschland, damals gesagt. 2018 konnte der bayerische Hersteller vom i3 in Deutschland 5096 Wagen absetzen. „Wir wollen die Mobilitätswende mitgestalten und unsere Mitarbeiter ermutigen, neue Mobilitätswege auch selbst auszuprobieren“, so Frank Mastiaux bei jenem Termin.

Daran hat sich nichts geändert, aber nun will die EnBW in ganz andere Dimensionen vorstoßen. Sie fragt ein enormes Volumen an. Perspektivisch denke man darüber nach, dieses Angebot auf alle 14 000 Mitarbeiter in der Kerngesellschaft zu erweitern. Mit Töchtern zählt der Konzern 22 000 Köpfe.

Wer kann liefern?

„Wir sondieren den Markt, um Vertragspartner für ein attraktives E-Auto-Paket zu finden“ so Hafkemeyer. Im kommenden Jahr werde eine Welle neuer E-Modelle erwartet. Ob und in welchen Umfang es 2020 eine E-Auto-Aktion gebe, hänge von den Verhandlungen ab. „Wir wollen wissen, ob es Firmen gibt, die uns eine größere Stückzahl zur Verfügung stellen können“. Die nun ausgeschriebene Prä-Qualifizierung habe man intern noch nicht kommuniziert.

Details zu früheren Verträgen nennt die EnBW nicht. Die Fahrzeuge gab es ohne Einmalzahlung, die Raten lagen näher an denen eines Gewerbe- denn eines Privatleasings. Wer online E-Autos vergleichend konfiguriert, der sieht, dass der Unterschied zwischen Gewerbe- und Privatleasing mehrere Hundert Euro pro Monat erreichen kann. „Es waren attraktive Konditionen“, so der EnBW-Sprecher zum früheren Angebot.

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