Elektromobilität in Stuttgart Elektroroller im Visier der Diebe

Von Wolf-Dieter Obst 

Die elektrischen Miet-Motorroller der Stadtwerke sind eine nette Alternative, um in der Stadt voranzukommen. Leider glauben das auch rücksichtslose Diebe.

Die blauen Stelle-Elektroroller stehen in der Stadt bereit – aber nicht für Diebe. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Die blauen Stelle-Elektroroller stehen in der Stadt bereit – aber nicht für Diebe. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Stuttgart - Die Motorroller-Diebe glauben leichtes Spiel zu haben. Die Helmbox aufbrechen, den Schlüssel ins Zündschloss – und dann nichts wie ab. Doch so leicht macht es Stella den Dieben nicht. Die Miet-Elektroroller der Stadtwerke, die vor wenigen Tagen ihre Flotte auf 200 Fahrzeuge erhöht haben, sind bisher eine zu harte Nuss. So auch im jüngsten Fall in Botnang.

Laut Polizei hatte sich ein Täter in der Nacht zum Samstag in der Vaihinger Landstraße an einem Stella-Motorroller zu schaffen gemacht. Nachdem der vorherige Mieter das Fahrzeug ordnungsgemäß um 2.14 Uhr abgestellt hatte, versuchte der Dieb mit dem Fahrzeug zu türmen. Dazu brach er das Helmfach des blauen Rollers auf, knackte das Lenkradschloss und begab sich in Richtung eines Waldwegs.

„Die elektronische Wegfahrsperre konnte er aber nicht überwinden“, sagt Stadtwerke-Sprecherin Karoline von Graevenitz, „denn dafür reicht der Schlüssel nicht aus.“ Ganz anders also, als man es bei einem Auto erwarten würde. Der Täter konnte nur schieben – und gab nach 400 Metern auf. „Eine Spaziergängerin fand das Fahrzeug gegen 7.45 Uhr abseits eines Waldwegs“, sagt Polizeisprecher Stephan Widmann. Die Polizei bittet um Hinweise an 07 11 / 89 90 - 33 00.

Blinde Zerstörungswut gegen blaue Roller

Offenbar hat es schon in der Vergangenheit, seit dem Start der Testphase im August 2016, solche Diebstahlsversuche gegeben. Mitte April hatten Täter einen Roller in der Innenstadt von der Friedrichstraße zum Arnulf-Klett-Platz geschoben – und ließen den blauen Roller dann ebenfalls zurück.

Die Stadtwerke-Sprecherin beklagt aber auch Vandalismus. „Im letzten Jahr gab es zehn bis 20 Fälle“, sagt Karoline von Graevenitz. Im Burgholzhof wurden fünf Stella-Roller einen Weinberg hinuntergestoßen. Auch am Max-Eyth-See hätten Unbekannte ihre Zerstörungswut an den Rollern ausgelassen. Dabei sollten Diebe nicht nur wegen der schlaueren Wegfahrsperre die Finger von den Elektrorollern lassen. Die Fahrzeuge können geortet werden – und womöglich steht dann ein Polizist gleich um die Ecke.

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