Elektromobilität In Stuttgart beste Ladesäulen-Infrastruktur

Von Sabine Marquard 

Das Rennen um die Elektroautos hat weltweit Fahrt aufgenommen. Vergleicht man die Anzahl der Ladesäulen in den 50 größten deutschen Städten, zeigt sich: Stuttgart liegt vorn. Dennoch sehen Forscher die Großstädte schlecht vorbereitet.

In Stuttgart teilen sich 2694 Einwohner eine öffentliche Ladesäule. Foto: dpa
In Stuttgart teilen sich 2694 Einwohner eine öffentliche Ladesäule. Foto: dpa

Stuttgart - Unter deutschen Großstädten hat Stuttgart bei öffentlichen Ladesäulen für Elektroautos die Nase vorn. Hier entfällt im Schnitt auf 2694 Einwohner eine Ladesäule. Das sei kein idealer Wert, „aber immerhin fast Lichtjahre von anderen Kommunen entfernt“, sagt Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des Car-Instituts an der Universität Duisburg-Essen. Nach Stuttgart folgt mit großem Abstand Osnabrück mit 7113 Einwohnern pro Ladesäule vor Mülheim an der Ruhr mit 7935 Einwohnern pro Ladesäule.

Das Car-Institut hat in einer aktuellen Analyse die Ladeinfrastruktur der 50 größten deutschen Städte ermittelt. Dabei wurden die sechs wichtigsten Suchplattformen ausgewertet.

München weit abgeschlagen

Die Bestandsaufnahme „zeigt ein trauriges Bild“, sagt Dudenhöffer. Die drei Besten unter den 50 deutschen Großstädten seien weit von Amsterdam in den Niederlanden entfernt. Dort stehe für jeweils knapp 650 Einwohner eine Ladestation zur Verfügung. In der norwegischen Hauptstadt Oslo teilen sich im Schnitt sogar nur 488 Einwohnern eine Ladesäule. Besonders enttäuschend ist nach Ansicht der Forscher die Situation in Bayern: In München etwa kommen im Schnitt 12 686 Einwohner auf eine Ladesäule, in Nürnberg sogar 19 124.

Die Autohersteller weiten derzeit ihre Investitionen in Elektroautos massiv aus. Automobilexperte Dudenhöffer weist darauf hin, dass die Hersteller bis Ende 2022 mehr als 130 unterschiedliche Elektroauto-Modelle im Handel haben werden – nach den heute bekannten Ankündigungen. Um im internationalen Wettbewerb den Anschluss zu finden, brauche es in Deutschland allerdings „deutlich mehr Infrastruktur-Investitionen“.

Der Wandel hin zu E-Mobilität stellt die Autobauer vor eine Herausforderung. Denn zwischen E-Auto und Autos mit Verbrennungsmotor gibt es bei Produktion und Werschöpfung große Unterschiede. Welche das sind, und was das für Arbeitsplätze in der Region Stuttgart bedeuten könnte, sehen Sie im Erklärvideo:

In China wurden von Januar bis Ende August dieses Jahres knapp 350 000 Elektroautos verkauft, heißt es in der Analyse. Bis zum Jahresende dürften dort knapp 600 000 Elektroautos verkauft werden. Um das Jahr 2020 könne von knapp 3,5 Millionen neuen Elektroautos in China ausgegangen werden, heißt es weiter.