Elektronische Patientenakte Lauterbachs Digitalpläne – rundweg gute Nachrichten

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach will den digitalen Rückstand der deutschen Medizin aufholen. Foto: dpa/Jörg Carstensen

Die Digitalisierung soll den Patienten mehr Sicherheit und Transparenz und der Forschung die Möglichkeit zu neuen Durchbrüchen bringen. Das ist verheißungsvoll, findet unser Berliner Korrespondent Norbert Wallet.

Berliner Büro: Norbert Wallet (nwa)

Regierungshandeln ist manchmal ziemlich abstrakt. Hier liegt der Fall anders. Kaum ein größeres Gesetzespaket greift so handfest in Alltag der Bürger ein wie die Digitalisierungspläne des Bundesgesundheitsministers. Und das ist mit handfesten Vorteilen verbunden.

 

Mehr Sicherheit bei der Medikamentierung

Einige Beispiele: Lauterbachs Digital-Gesetz schafft die Voraussetzungen für den flächendeckenden Einsatz von Telemedizin, was für die Patienten in strukturschwachen Räumen von großem Nutzen ist, denn dort gibt es immer weniger niedergelassene Ärzte. Die Umsetzung der elektronischen Patientenakte, womit ein schier endloser Prozess schließlich zu einem guten Ende geführt wird, sorgt etwa dafür, dass Patienten mehr Sicherheit bei ihrer Medikamentierung haben, weil den Ärzten nun auf einem Blick klar sein wird, wo zwei Arzneien nicht zueinander passen.

Gleichzeitig wird das Handeln der Mediziner für die Patienten transparenter und der Zugang etwa zu Labordaten wird erheblich beschleunigt. Und schließlich schafft die Möglichkeit, einer geschickten Verknüpfung von vielerlei Gesundheitsdaten endlich die Möglichkeit, in einem kontrollierten und sicheren Prozess Forschungsdurchbrüche zu ermöglichen.

Jeder kann sich gegen die elektronische Patientenakte entscheiden

Es gibt datenschutzrechtliche Bedenken. Deshalb kann sich jeder und jede – ganz oder teilweise – gegen die elektronische Patientenakte entscheiden. Das gilt auch für die Verwendung der persönlichen Gesundheitsdaten zu Forschungszwecken. Diese doppelte „Opt-out“-Lösung ist sinnvoll, um Widerstände zu überwinden. Aber vernünftig wäre eine solche Verweigerung nicht.

Andere Länder sind in der Digitalisierung des Gesundheitswesens schon viel weiter. Lauterbach bügelt hier Versäumnisse seiner Vorgänger aus. Bei der Forschung wird Deutschland sogar einen Riesensprung machen. Das sind rundweg gute Nachrichten.

Weitere Themen