Stadtkind Stuttgart

Elf Jahre Schräglage Ein Hoch auf die Schnapszahl!

Von Martin Elbert 

Die Schräglage ist am Wochenende elf Jahre alt geworden. Anlässlich der stattlichen Schnapszahl haben wir mit Betriebsleiter Armen Shala über gestern, heute und morgen und andere Schnapsigkeiten gesprochen. 

Betriebsleiter Armen Shala verrät uns, was in naher Zukunft in der Schräglage passieren wird.  Foto: Michael Colella 9 Bilder
Betriebsleiter Armen Shala verrät uns, was in naher Zukunft in der Schräglage passieren wird. Foto: Michael Colella

Stuttgart - Am Samstag hat die Schräglage ihre erste Schnapszahl gefeiert: Seit elf Jahren bereichert man die Stuttgarter Clubszene, die ersten Jahre mehrstöckig am Marktplatz, seit Herbst 2011 ist man an der Hirschstraße verankert. Der Beat, der aus den Boxen des Clubs schallt, ist unverändert Hip-Hop. Die DJs decken unter diesem Dach das komplette Spektrum des Musikstils ab. Längst ist die Schräglage auch eine veritable Konzertlocation für Hip-Hop-Künstler. Mitunter spielten hier schon Acts wie Raf Camora oder K.Flay bevor sie weitaus größere Hallen ausverkauften.

Betriebsleiter Armen Shala hat im Interview verraten, wie der Clubgeburtstag gefeiert wurde, weshalb heute kaum mehr Gäste oben ohne tanzen und was in der nächsten Zeit in der Schräglage passieren wird.

Elf Jahre Schräglage: Einige aus der ersten Gäste-Generation dürften verheiratet sein und Kinder haben. Kommt da noch ab und zu jemand von früher vorbei und ist irritiert?

Ja, zum Glück haben die heutigen Mütter und Väter manchmal Ausgang und nutzen die Gelegenheit, um uns zu besuchen. Das freut mich dann besonders, da man in der alten Schräglage so einige Partys gemeinsam gefeiert hat. Meist kommt dann auch der Spruch: „Mann, fühle ich mich jetzt alt“! Aber als alter SLer weiss man eigentlich: ‚We ain’t getting old, we are getting awesome!’

Was macht man gegen „Früher-war-alles-besser-Motzer“?

Mit ihnen einen Kurzen an der Bar trinken und sie anschließend einfach in der Vergangenheit weiterleben lassen - da hat jeder seine eigene Meinung. Ich denke, alles hat seine Zeit und die Zeiten ändern sich. Das, was für uns früher besser war, ist für die jüngere Generation heute einfach anders. Die wiederum werden vielleicht spätestens in elf Jahren auch zu den „Früher-war-alles-besser-Motzern“ gehören.

Siehst du grundlegende Veränderungen zu den heute um die 20-Jährigen?

Die Partys laufen heute manchmal etwas „zu ruhig“ ab, zumindest für meinen Geschmack. Früher - jetzt komme ich auch damit - sind wir alle komplett ausgerastet beim Feiern. Gerade in der alten Schräglage am Marktplatz hatten wir gefühlt keinen Sauerstoff, der Schweiß ist von der Decke getropft, die Gäste waren zum Teil oben ohne – das machen die heute 20-Jährigen nicht mehr oder zumindest nur noch selten. Da hat man dann doch etwas zu oft das Handy in der Hand und fragt nach dem Wifi-Passwort.

Wie war die Party am Samstag?

Die Schräglage ist zu dem geworden, was sie ist, weil das Team von Anfang an mit Herzblut dabei war. Ich hatte für die Geburtstagsparty am Samstag einige von den „alten“ zusammengetrommelt und mit ihnen während des Abends zusammen die Bar geschmissen. Am DJ-Pult hatten wir unseren Gambit mit seinem Duo Pitchy&Scratchy da, außerdem DJ Diversion sowie als Live-Special Bartek von der Stuttgarter Band Die Orsons. Es war eine schöne „komplett-ausrasten-Party“.

Stichwort Schnaps, es gab zum Jubiläum einen speziellen Schräglage-Schnaps. Wird es diesen dauerhaft geben?

Der Schnaps war erstmal für das Elfjährige gedacht. Ob wir den für immer im Sortiment aufnehmen, wissen wir noch nicht. Fakt ist, wir haben ihn probiert und für lecker empfunden. Es ist ein „Willi“, selbstgebrannt von einer älteren Dame, die einen Schnapsladen in Stuttgart-Möhringen hat. Bei unseren Gästen ist er am Samstag auch sehr gut angekommen.

Blickt man als Clubbetreiber bei einem Jubiläum eher sentimental zurück oder hochmotiviert in die Zukunft?

Ich feiere die Vergangenheit, da so ein Geburtstag deutlich macht, dass man doch einiges richtig gemacht haben muss. Das motiviert mich dazu, in der Zukunft mindestens genauso viel Herzblut in den Club zu stecken, um noch weitere elf Jahre dabei sein zu können.

Man soll sich ja bekanntlich nie ausruhen, es muss immer weiter gehen – was ist im zwölften Jahr der Schräglage geplant?

Oh ja, seit ich in der Schräglage bin, und das ist nun schon recht lange, kann ich mich an keine Besprechung erinnern, an der es nicht darum ging, etwas zu verändern oder besser zu machen. Für das zwölfte Jahr werden wir sicher den Club optisch umgestalten, wir haben da nämlich noch ein Ass im Keller, ähm, im Ärmel! Musikalisch wollen wir weiterhin viele weitere tolle Live-Acts bieten. Hip-Hop bleibt natürlich weiterhin der Schräglage-Sound, das ist sicher wie das Amen in der Kirche. Gleichzeitig bin ich aber auch ein Fan von experimentellen Dingen. Es befinden sich so viele Künstler in unserem Umfeld mit neuen Ideen, die ich selber auch sehr spannend finde. Denen will ich in Zukunft eine Plattform geben und auch mal etwas Neues in der Schräglage ausprobieren.

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