Elisabeth Löw-Szöky 100 Die in Stuttgart unvergessene Operndiva

Elisabeth Löw-Szöky als Elsa in Wagners „Lohengrin“ Foto: privat/cf

Am 21. August feiert die Sopranistin Elisabeth Löw-Szöky ihren 100. Geburtstag. Bis 1981 war sie Ensemblemitglied der Staatsoper Stuttgart.

Stuttgart - Heute könnte das nicht mehr passieren: dass eine Sängerin von internationalem Renommee einfach vergessen wird. Heute konservieren Tonträger die Erinnerung an große Stimmen. Bei Elisabeth Löw-Szöky war das nicht der Fall: Klangdokumente von ihr sind rar, offizielle Aufnahmen gibt es gar nicht. Und zum Verhängnis wurde ihr außerdem ausgerechnet eine große Qualität: die Treue zu einem Haus.

 

Elisabeth Löw-Szöky ist zwar weltweit aufgetreten, war aber von 1958 bis 1981 vor allem erste Primadonna der Staatsoper Stuttgart, wo sie neben Sängerstars wie Martha Mödlund Wolfgang Windgassen auf der Bühne stand. Das Repertoire der dramatischen Sopranistin war sehr breit, es reichte von der Elsa in Wagners „Lohengrin“, ihrer Glanz- und Paraderolle, bis hin zur „Freischütz“-Agathe, zur „Figaro“-Gräfin, zu Richard Strauss’ Arabella, zur Giulietta in „Hoffmanns Erzählungen“, zur Desdemona in Verdis „Otello“, schließlich zur Eva in Wagners „Meistersingern“ und zur Senta im „Fliegenden Holländer“ – mit Martha Mödl als Mary an der Seite.

Treue zum Stammhaus

Die am 21. August 1921 in Niederösterreich geborene Sopranistin, die in Wien und am Salzburger Mozarteum studiert hat, steht für eine vergangene Ära – eine Zeit, in der Sänger zuallererst in ihrem Stammhaus auftraten, sich dort dezidiert als Mitglied eines homogenen Ensembles verstanden und pflichtbewusst für ein treues Publikum alle Partien von Mozart bis zur Moderne sangen, die man ihnen gab. Mit den jetsettenden Goldkehlchen unserer Tage hatte das überhaupt nichts zu tun, wohl aber mit goldenen Stuttgarter Zeiten. Elisabeth Löw-Szöky hat jugendlich-dramatische, lyrische und hochdramatische Partien gesungen. Sogar Monteverdis Poppea war darunter.

Einen Eindruck von ihrer Stimme kann man sich auf Youtube verschaffen. Unter dem Wenigen, das man dort findet, ist immerhin das „Einsam in trüben Tagen“ der Elsa aus Wagners „Lohengrin“: rund, farbsatt, warm, leuchtend, bruchlos und mit kräftiger Stimme gesungen, in weite Bögen gefasst, sehr expressiv, dabei artikulatorisch (sogar bei leisen Tönen in der Höhe) glasklar. An diesem Samstag feiert Elisabeth Löw-Szöky in Benningen am Neckar ihren 100. Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch!

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