Elise-von-König-Schule in Stuttgart-Münster Elises Champs „erbacken“ sich 1000 Euro

Von Edgar Rehberger 

Elises Champs, die Schülerfirma der Elise-von-König-Gemeinschaftsschule aus Münster, belegte beim Würth Bildungspreis Platz 4 und bekam dafür 1000 Euro. 240 Schulen im Land hatten sich dafür beworben.

Strahlende Gesichter bei der Schülerfirma „Elises Champs“ nach der Preisverleihung. Foto: Edgar Rehberger
Strahlende Gesichter bei der Schülerfirma „Elises Champs“ nach der Preisverleihung. Foto: Edgar Rehberger

Münster - Die Spannung war spürbar. Die sechs Finalisten des Würth Bildungspreises aus Baden-Württemberg präsentierten noch einmal kurz ihre Projekte im Hospitalhof. Fünf Minuten hatte jede Schule Zeit. Souverän meisterten alle Finalisten diese Aufgabe. Auch Elises Champs, die Schülerfirma der Elise-von-König-Schule. Jeden Montag backen Schülerinnen und Schüler Urkornbrot, Bauernbrot, Hefezopf und – besonders beliebt – Apfel-Nussschnecken und verkaufen ihre Waren in den Pausen. Ihr Catering steht bei Veranstaltungen zur Verfügung und kann gebucht werden. Kalkulation, Planung, Ein- und Verkauf sowie Rechnungswesen werden von der Schülerfirma organisiert.

Zufriedene Gesichter

Am Ende gab es dafür Platz 4, eine Urkunde und 1000 Euro. „Das ist großartig“, freute sich Heinz Böttcher, der betreuende Lehrer. Auch Rektorin Damaris Scholler war sehr angetan. „Wir sind super zufrieden und stolz, unter den sechs besten zu sein.“ Landesweit hatten sich 240 Schulen beworben. Das Projekt werde natürlich auch im kommenden Schuljahr fortgesetzt, für die ausscheidenden Schülerinnen und Schüler rücken interessierte Siebtklässler nach. Da reicht es aber nicht aus, nur Interesse zu bekunden. Es müssen eine Bewerbung geschrieben und das Engagement begründet werden. Zum neuen Schuljahr wird der Backtag verlegt, voraussichtlich auf Dienstag. „Das erleichtert Planung und Vorbereitung“, begründet Böttcher. Natürlich können sich dann weiterhin Eltern und Anwohner Backwaren online auf der Schulhomepage bestellen und vor Ort mittags abholen. Das Preisgeld wandert in die Firmenkasse für den laufenden Betrieb. Zehn Prozent gehen an das aktuelle soziale Schulprojekt, das sich mit Nepal befasst.

Große Konkurrenz

Die Konkurrenz beim 12. Würth Bildungspreis war groß. Das Bildungszentrum Niedernhall hat untersucht, ob sich für seine Schule eine Photovoltaik-Anlage lohnt. Das Friedrich-Alberti-Gymnasium aus Bad Friedrichshall will die Situation der Näherinnen von Bangladesch verbessern, macht per Theaterstück darauf aufmerksam, erklärt in „fair lessons“ Grundschülern, welche Möglichkeiten Verbraucher haben, fair zu reagieren, und schließlich werden noch T-Shirts verkauft. Das reichte für den 1. Platz. Die Grund- und Werkrealschule Aichhalden hat auf dem Schulcampus ein Haus mit Strom- und Wasseranschluss realisiert, die Lindenschule Geislingen verkauft in ihrem Weltladen 49 fair gehandelte Produkte und unterstützt eine Partnerschule in Indien. Das Stiftsgymnasium Sindelfingen bot bei „Technik trifft Wirtschaft“ mehrere Lehrgänge für Grundschüler an.

„Eine Idee allein reicht nicht aus“, sagte Volker Schebesta, Staatssekretär im Ministerium für Kultus, Jugend und Sport, „es kommt auf die Umsetzung an.“ Selbstdisziplin, ein gewisser Biss und Durchhaltevermögen würden dazu gehören. „Dadurch werden Kompetenzen gelernt, die man in Zukunft brauchen kann.“ Die prämierten Projekte zeigen die Vielfalt, die an den Schulen herrsche.

Der Würth Bildungspreis wird jährlich vom Kompetenzzentrum Ökonomische Bildung Baden-Württemberg ausgeschrieben. Gefördert werden dabei innovative Projektvorhaben.

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