Elke aus dem Moore, seit 2018 Direktorin der Akademie Schloss Solitude, verlässt die Künstlerfördereinrichtung überraschend. Was sagt Kunstministerin Petra Olschowski?

Zum Ende des Jahres wird Elke aus dem Moore ihr Amt als Direktorin der Akademie Schloss Solitude abgeben. Aus dem Moores Ankündigung überraschte offenbar selbst ihr Team. Im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst (MWK), unter dessen Verantwortung die international ausgerichtete Künstlerfördereinrichtung steht, betont man derweil die Leistungen Aus dem Moores in den vergangenen fünf Jahren.

Den Ausstieg von Elke aus dem Moore kommentiert das MWK so: „Nach erfolgreicher Neuausrichtung und Öffnung der Akademie Schloss Solitude für weitere Akteurinnen und Akteure wird Elke aus dem Moore die Akademie verlassen und sich neuen beruflichen Aufgaben widmen. Die Verbindung von Kunst und Gesellschaft ist zentral in ihrer kuratorischen und institutionellen Praxis. Im Zentrum des Programms der Akademie Schloss Solitude soll in Zukunft weiterhin die Arbeit mit den Stipendiatinnen und Stipendiaten aus aller Welt stehen; es soll zum Beispiel unter anderem für verfolgte Künstlerinnen und Künstler geöffnet werden.“

Zur Frage möglicher negativer Signale des Rückzugs von Elke aus dem Moore heißt es: „„Personalveränderungen gehören zum Kulturbetrieb. Ein ,negatives Signal’ für die Solitude sehen wir nicht.“ Und Kunstministerin Petra Olschowski (Grüne) sagt auf Anfrage: „Die Akademie Schloss Solitude ist eine Residenz für Künstlerinnen und Künstler aus der ganzen Welt, sie setzt international den Maßstab als Fördereinrichtung für Kunst und Wissenschaft und ist zugleich ein vorbildlicher Ort des Austausches.“

Aufarbeitung des Kolonialismus geht weiter

Bleibt die Frage nach einem der zentralen Solitude-Themen der vergangenen zwei Jahre: die Aufarbeitung des Kolonialismus und insbesondere die Aussöhnung mit Namibia. „ „Der Weggang von Frau aus dem Moore“, sagt ein Ministeriums-Sprecher hierzu, „hat grundsätzlich keinen Einfluss auf die Fortführung des Projektes im Rahmen der Namibia-Initiative, die dem Ministerium weiterhin sehr wichtig ist“.