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Ellie Goulding in Stuttgart Sie möchte halt auch groß sein

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Ellie Goulding eifert in der Stuttgarter Porsche-Arena Taylor Swift und Miley Cyrus nach. Doch leider klingt jedes ihrer Lieder ähnlich. Und der Erotik Effekt - greift auch nur begrenzt, schreibt unser Autor.

Ellie Goulding spielt am Mittwochabend in Stuttgarter Porsche-Arena. Sie will ...  Foto: Lichtgut 10 Bilder
Ellie Goulding spielt am Mittwochabend in Stuttgarter Porsche-Arena. Sie will ... Foto: Lichtgut

Stuttgart - Sie soll in Norwegen beinahe ertrunken sein. Mag der Vorfall auch schon eine Weile her sein – ein Schelm, wer sich jetzt bei Beginn ihrer Tournee etwas dabei denkt. Außerdem soll sie sich von ihrem Freund getrennt und wieder mit ihm zusammengetan haben. Wird geschrieben.

Ellie Goulding ging durch die Schlagzeilen direkt auf die Bühne der Porsche-Arena, wo sie jetzt viertausend Besucher mit einer „Delirium“ überschriebene Parade beglückte. Den Anfang machte „Aftertaste“. Den Song „Love me like you do“ aus dem Film „50 Shades of Grey“ – wohl ihr größter Erfolg – hatte sie sich für ganz zum Schluss aufgehoben. Konfettiregen, Abgang. Klar, der Mega-Hit!

Ein Lied wie das andere

Der Prägnanzfaktor ihrer Lieder hielt sich rein musikalisch stark in Grenzen. Meistenteils klang ein Lied wie das andere, auch wenn sie einmal die Akustikgitarre zur Hand nahm und dazu leise Verse hauchte. Ein anderes Mal ließ sie sich auf der Akustischen gar zart begleiten und setzte dazu ihr schönstes Gesicht auf. Außerdem hatte sie zweimal in dieser Show Hot Pants an und spielte nicht nur dabei mit einem latenten Erotik-Effekt. Ist nicht verboten, machen andere auch. Scheint bei ihr aber zu einem Hauptbestandteil der Show geworden zu sein. Da scheint die etwas heisere Stimme, die ihr gerne als besonderes Merkmal zugeschrieben wird, keine große Rolle mehr zu spielen.

Ellie Goulding hat immerhin eine „richtige“ vierköpfige Band um sich, die sich sehr präzise um die richtigen Töne müht. Doch es bleibt auch nach den heftigsten Instrumentenwechseln etwas unklar, was da eigentlich eingespielt wird und was da live „real time“ sein soll. Musikalisch ist das nichts Halbes und nichts Ganzes. Außerdem wechselt die blonde Sirene gleich zu Anfang die Trommeln, um dort leicht neben der Musikspur zu liegen. Es klingt halt nicht so recht synchron. Zudem hat der große Hauptbildschirm links der Bühne inmitten all des Geflackers, Geflimmers und Gezuckes manchmal auch noch etwas ungünstige Aussetzer.

Gymnastisch elastisch

Doch genug gemeckert. Die Britin wechselt im Laufe des Auftritts mehrmals die Outfits und springt oft keck dann inmitten einer vierköpfigen Tanztruppe einher. Es ist seltsam und hat manchmal schon komische Züge, was diese Bewegungssportler da so gymnastisch elastisch rund um ihre Hauptperson vollführen. Der dreiköpfig jugendliche Chor im Hintergrund macht dazu „Ah“ und „Oh“. Die Titel heißen beispielsweise „I do what I love“, „Keep on dancing“, „I need your Love“ oder „On my mind“.

Es wirkt alles ein wenig künstlich und austauschbar, will an die großen Vorbilder Miley Cyrus oder Taylor Swift anknüpfen. Ellie Goulding möchte halt auch groß sein, schafft es aber nicht so recht. Vielleicht beim nächsten Mal.


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