Elmar Hörig SWF 3 war seine große Liebe

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Nachdem ihn der SWR nicht mehr wollte, war Hörig immer mal wieder für Privatradios tätig. Aber ständig Gewinnspiele anzukündigen und den Hörern damit das Geld aus der Tasche zu ziehen, ist nicht sein Ding. Er will auch keine Musiktitel spielen, die ihm ein Computerprogramm vorgibt. „Heutzutage gibt es nur noch formatiertes Hosenscheißerradio“, sagt er.

Vor ein paar Jahren entdeckte er das Internet für sich. „Arschgeigen TV“ nannte er seine Satireserie, die er via Youtube verbreitete. Stundenlang bastelte er an den Drei-Minuten-Folgen, als Lohn erntete er ein- bis zweitausend Klicks und ein paar dumme Kommentare. Nun postet er nur noch auf Facebook „irgendeinen Scheiß“.

Der Diego Maradona des Popradios

Hörig versucht, positiv zu denken. Er hatte ja großartige Jahre bei SWF 3, die schönen Erinnerungen kann ihm niemand nehmen. Er ist mit 63 noch immer topfit. Er hat eine liebe Frau, einen Porsche, ein Eigenheim und Katzen, die ihn schnurrend begrüßen, wenn er zur Tür reinkommt. Doch zum großen Glück fehlt ihm eine Aufgabe. „Ich bin ein bisschen leer“, sagt er.

Nach dem Rauswurf zog sich Elmar Hörig für ein Jahr in seine Ferienwohnung auf Lanzarote zurück. Wehmütig blickte er aufs Meer. Man hatte ihm seine große Liebe genommen, Hörigs Herz hing an einem Radiosender. SWF 3 war sein Spielfeld, und er, der Diego Maradona des Popradios, verzauberte mit Wortdribblings die Fans. Mancher Scherz ging daneben, aber kein Radiomoderator dieser Republik landete mehr Volltreffer als Elmi. Es wäre ihm zu wünschen, dass er noch einmal seine Show abziehen dürfte. Elmar Hörigs Karriere hätte ein Happy End verdient.