In Bonlanden gibt es jetzt das „Baby Amore“, ein Café speziell für Eltern und deren kleine Kinder. Zu ihrem Konzept kommen die Gründer nicht von ungefähr.
Auf einer Stange hängen diverse Kostüme und Prinzessinnenkleider, daneben gibt es ein Spielrestaurant mit Geschirr im Miniformat. Bobbycars sind zu sehen, eine kleine Rutsche, Bausteine, Plüschtiere, Puppenbetten, eine Autobahn aus Holz und vieles, vieles mehr. Kinder dürften beim Betreten von „Baby Amore“ große Augen machen. So soll es sein, denn was sich hinter der Eingangstür des neuen Cafés im Zentrum von Bonlanden verbirgt, ist speziell für Mädchen und Jungen gedacht – und ihre Eltern. Während die Kids hier nach Herzenslust spielen, können die Erwachsenen an Tischen Platz nehmen und entspannen.
Ein Wohlfühlort für Familien, das will „Baby Amore“ sein. Gegründet haben das Eltern- und Kindercafé zwei befreundete Familien. Carmine Grimaldi (37) und seine hochschwangere Frau Teresa Del Prete (35) leben mit ihrem vierjährigen Sohn in Plattenhardt, das Ehepaar Vittorio Barbaro (37) und Beatrice Guglielmi (33) wohnt in Oberboihingen und hat einen dreijährigen Sohn. Will heißen: Die Italiener wissen, was Familien wollen, wie sie betonen. „Es ist schwierig, einen Ort zu finden, wo Familien entspannen können“, sagt Beatrice Guglielmi. Ihr Mann nickt. „In ein normales Café zu gehen, geht nicht“, sagt er, hier fühlten sich oftmals Gäste durch spielenden Nachwuchs gestört. „Ein normales Restaurant ist für Kinder auch total langweilig“, fügt Teresa Del Prete hinzu.
Für weinende Kinder muss sich hier niemand schämen
Bei „Baby Amore“ soll alles anders sein. Für rennende oder weinende Kinder müsse sich hier niemand schämen. Die Kleinen – die Zielgruppe geht bis fünf Jahre – sollen toben und sich mit immer wechselndem Spielzeug beschäftigen, während die Großen einen Kaffee trinken oder etwas essen. Anbieten wollen die Macher Pizza und Panini, außerdem süße Hörnchen, Tiramisu, frisch gepresste Säfte, alkoholfreie Cocktails und mehr. Gastroerfahrung bringen die Gründer mit, wie sie sagen, „Baby Amore“ sei aber das erste eigene Projekt. Hinter der Theke wollen sich die vier neben ihren Hauptjobs, die sie alle haben, abwechseln, zudem werden sie von Minijobbern unterstützt.
Eigentlich hätte das Café bereits im Mai eröffnen sollen, doch ein Wasserschaden nebenan hat den Zeitplan zurückgeworfen. Nun aber ist alles fertig. Am 2. August wurde die Tür aufgesperrt an der Ecke Bonländer Haupt- und Marktstraße. Seitdem empfängt „Baby Amore“ die ersten Gäste – und war bereits im Vorfeld ausgebucht. Denn das Konzept beinhaltet, dass Mamis und Papis für ihren Besuch über die Homepage www.babyamore.de ein Drei-Stunden-Zeitfenster buchen.
Eine kleine Gebühr wird dafür auch fällig. Das Café-Team begründet das mit Kosten, die für die regelmäßige Reinigung des Spielbereichs und für den Ersatz von kaputtem Spielzeug anfallen. „Wir waren in vielen Kindercafés und haben es erlebt“, sagt Carmine Grimaldi. Seine Frau fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: „Aber die Eltern müssen nicht aufräumen.“ Vittorio Barbaro betont, er und seine Mitstreiter legten den Fokus auf Familien, weil sie selbst Eltern seien. Er lacht. „Mit Amore.“