Anfang der Woche ist ein Graffiti am Mörike-Gymnasium (Ludwigsburg) aufgetaucht, das als Gewaltankündigung gewertet werden kann. Eltern sind besorgt, die Polizei entwarnt.

Ludwigsburg : Emanuel Hege (ehe)

In Ludwigsburg geht aktuell die Sorge vor einer möglichen Gewalttat auf dem Schulcampus Innenstadt um. Grund ist eine Schmiererei mit arabischen Schriftzeichen, die Sympathie für eine islamistische Terrororganisation äußert und das Datum „5.12.“ enthält. Die Polizei stellt klar: Sie hat die Lage bewertet und sieht derzeit keine konkrete Gefahr.

 

Unbekannte haben laut Polizei die Schmiererei am vergangenen Wochenende angebracht. Nach Recherchen dieser Zeitung steigert sich seit Wochenanfang unter den Eltern nun die Sorge. Offenbar kursierte in Elternchats das Gerücht, die Polizei gehe von einer realen Gefahr am Freitag, dem 5. Dezember, aus und das Mörike-Gymnasium werde an diesem Tag geschlossen.

Schlechter Scherz?

Laut zwei unabhängigen Quellen versuchte auch die Stadtverwaltung zu vermitteln und für valide Informationen für die Eltern zu sorgen. Am Donnerstagmorgen reagierte dann die Polizei – auch um die Gerüchteküche abzukühlen. „Die Polizei hat eine Bewertung durchgeführt und sieht derzeit keinen Anlass zur Sorge und keine konkrete Gefahr“, schreibt das Polizeipräsidium in einer Pressemitteilung.

Das Mörike-Gymnasium in Ludwigsburg wurde mit islamistischen Schriftzeichen beschmiert. Foto: Julian Meier

Die Schule werde am Freitag nicht geschlossen. Dennoch will die Polizei Präsenz zeigen – nicht wegen einer vermeintlichen Gefahr, sondern „um einer möglichen Verunsicherung entgegenzuwirken“.

Aus Polizeikreisen ist derweil zu hören, dass die Wahrscheinlichkeit hoch sei, dass es sich bei der Schmiererei um einen schlechten Scherz handelt – oder den gefährlichen Versuch, einer Prüfung zu entgehen. Tatsächlich gebe es solche Gewaltankündigungen immer wieder an Fassaden oder in Schultoiletten – nur selten schaukelt sich die Sorge jedoch so hoch wie in diesem Fall.

Was hinter der Schmiererei steckt, ist jedoch noch offen, stellt die Pressemitteilung des Polizeipräsidiums klar. Auch die Aussicht auf einen Ermittlungserfolg ist relativ gering.