Elternbefragung in Ludwigsburg Schulen werden gelobt, das Essen in der Mensa nicht

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Die Stadt Ludwigsburg hat Eltern von Kindern bis 14 Jahren befragt. Ein Ergebnis davon: Der Trend zur Ganzstagsbetreuung ist ungebrochen. Aber es gibt auch überraschende Erkenntnisse.

Essensausgabe in der Feuerseemensa: Die Stadt Ludwigsburg will gesunde Vielfalt, aber die ist offenbar noch nicht überall angekommen, wie Kritik von Eltern zeigt. Foto:factum/Archiv
Essensausgabe in der Feuerseemensa: Die Stadt Ludwigsburg will gesunde Vielfalt, aber die ist offenbar noch nicht überall angekommen, wie Kritik von Eltern zeigt. Foto:factum/Archiv

Ludwigsburg - In den vergangenen fünf Jahren hat Ludwigsburg 500 neue Plätze in der Kleinkindbetreuung geschaffen. Gemessen am Bedarf scheint die Quote dennoch zu stagnieren: Mit 32 Prozent liegt sie genauso hoch wie 2013. „Das hat natürlich damit zu tun, dass wir viel mehr Kinder haben“, sagt Renate Schmetz, die Leiterin des Fachbereichs Bildung und Familie. Das jetzt von ihr vorgestellte Ergebnis einer Umfrage unter Eltern zeigt, dass der Ausbau bei der Kinderbetreuung auf 50 Prozent gesteigert werden muss, will man den Elternwünschen gerecht werden.

„Wir fühlen uns durch diese Zahlen bestätigt“, sagt Schmetz. In der Verwaltung sei schon vor der Analyse der Fragebögen klar gewesen, dass die bisherige Zielsetzung von einem Betreuungsangebot für 40 Prozent der Kleinkinder nach oben korrigiert werden müsse. Außerdem sei durch die Umfrage deutlicher geworden, dass eine Mehrheit wiederum eine Ganztagsbetreuung wünsche. „Jede neue Kita, die wir bauen werden, wird darum eine Ganztagskita sein“, sagt Schmetz.

Betreuung für Kinder im ersten Lebensjahr

Überraschender seien die Antworten auf die Frage „Ab welchem Alter des Kindes haben Sie eine Betreuung gebraucht?“ ausgefallen. Hier bekundeten knapp 64 Prozent der Eltern, dass sie ihr Kind im Alter von ein bis zwei Jahren in die Tagesstätte gegeben hätten, 15 Prozent gaben an, schon im ersten Lebensjahr des Kindes auf eine Kita angewiesen gewesen zu sein. Bisher habe der Fachbereich vor allem auf die ein bis drei Jahre alten Kinder geachtet, sagt die Fachbereichsleiterin. „Jetzt wissen wir, wir müssen vermehrt auf Kinder von null bis eins schauen.“

Die Eltern von Schulkindern hat die Verwaltung schon bisher in einem Fünfjahresturnus befragt. Im Fall der jüngsten Befragung sind erstmals auch die Eltern von Kleinkindern um ihre Voten gebeten worden. Im vorigen Juli waren allen Eltern von Kindern bis 14 Jahre Fragebögen zugegangen. 55 Prozent davon kamen ausgefüllt zurück. Ein Erfolg, wie Schmetz meint: „Die Fragen waren teilweise komplex.“

Klare Mehrheit für G 9

Zu den Schultrends gehöre, dass sich eine deutliche Mehrheit statt eines starren Ganztagsangebots eine flexible Schulkindbetreuung am Nachmittag wünsche, sagt Daniel Wittmann, der Leiter der Abteilung Schule. „Und das, obwohl die Eltern dafür bezahlen müssen.“ Außerdem wünschten sich mehr als 70 Prozent der Eltern, dass ihr Kind die Schule mit dem Abiturzeugnis abschließe. Fast identisch damit sei die Zahl der Eltern, die sich für G 9 aussprechen. Doch dieser Ruf könne nicht erhört werden, da die Landesregierung nicht mehr als zwei G 9-Gymnasien in einem Kreis dulde. Die neunjährigen Züge wird es also auch weiterhin nur am Ludwigsburger Mörike-Gymnasium und am Marbacher Schiller-Gymnasium geben.

Aus Sicht der Verwaltung enttäuschend sind die Kommentare zu den Mensen ausgefallen. Während sich der Fachbereich sehr bemüht habe, eine gesunde Vielfalt anzubieten, bezeichneten 17 Prozent der Eltern von Kindern in der Sekundarstufe das Essen als schlecht, sagt Schmetz: „Wir werden nochmals die Qualität und unser Beschwerdemanagement prüfen.“




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