Elterngeld Teure Leistung – aber das Geld wert

Das Elterngeld wird von Müttern und Vätern sehr unterschiedlich in Anspruch genommen. Foto: dpa-tmn/Felix Kästle

Das Elterngeld ist sicher nicht perfekt. Abschaffen sollte man es dennoch auf keinen Fall, meint Hauptstadtkorrespondent Tobias Heimbach.

Berlin: Tobias Heimbach (toh)

Das Elterngeld kann man als Erfolgsgeschichte sehen. Seit der Einführung im Jahr 2007 hat es wichtige Ziele erreicht. So hat es dazu beigetragen, dass Mütter nach der Geburt wieder schneller ins Arbeitsleben einsteigen. Das ist gut für die Wirtschaft, denn der Fachkräftemangel bleibt für viele Unternehmen eine der größten Herausforderungen. Trotzdem gibt immer wieder Stimmen, die das Elterngeld abschaffen wollen. Doch das wäre keine gute Idee – auch wenn es längst nicht perfekt ist.

 

Ungleichheit in der Elternzeit: Ein wirtschaftliches Dilemma

Neueste Zahlen zum Elterngeld zeigen etwa, dass es noch immer eine große Ungleichheit zwischen Vätern und Müttern gibt. So planen Frauen die Leistung durchschnittlich 14,8 Monate in Anspruch zu nehmen, bei Männern sind es gerade einmal 3,8 Monate. Auch der Anteil der Väter, die überhaupt Elterngeld beantragt ist deutlich niedriger. In Sachsen und Baden-Württemberg liegen die Werte am höchsten – doch mit fast 30 Prozent ist man auch hier weit von einer gleichberechtigten Aufteilung entfernt.

Diese Unterschiede mögen zum Teil auf die persönlichen Vorlieben der Familien zurückzuführen sein. Doch ungleiche Aufteilung bei der Sorgearbeit hat gravierende Auswirkungen. Frauen verdienen über das gesamte Arbeitsleben hinweg deutlich weniger Geld als Männer. Die Erwerbspause nach der Geburt und der höhere Zeitaufwand für die Kindererziehung sind hierbei entscheidend. Diese Ungleichheit zieht weitere Probleme nach sich, etwa Altersarmut.

Im Sondierungspapier von Union und SPD wurde das Elterngeld nicht explizit erwähnt. Eigentlich wäre eine Erhöhung angezeigt, schließlich wurde die Sätze seit Einführung noch nie erhöht. In Zeiten knapper Kassen ist das allerdings schwierig. Ja, das Elterngeld kostet – rund acht Milliarden Euro im Jahr sind viel Geld. Doch die Leistung abzuschaffen, würde Deutschland deutlich teurer zu stehen kommen.

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