Hat das Elterngeld eine Kulturrevolution für Familien in Gang gebracht, wie aus dem zuständigen Ministerium verlautet? Die Antwort lautet: Jein. Für ein Ja spricht der Umstand, dass mehr Mütter mit Kindern arbeiten, seit dieser Zuschuss 2007 erfunden worden ist. Aber das könnte auch an verbesserten Betreuungsangeboten liegen. Für ein Nein spricht das Verhalten der meisten Väter: Mehrheitlich verzichten sie noch immer auf Elternzeit. Und wenn nicht, dann beschränken sie diese auf das Minimum von zwei „Vätermonaten“, das ihnen den Anspruch auf Elterngeld sichert. Nur jeder zehnte Vater nimmt sich länger Zeit für den Nachwuchs. An den alten Rollenmustern hat sich also wenig geändert. Eine Kulturrevolution stellt man sich anders vor.
Arbeitsteilung in den Familien kaum verändert
Das wachsende Interesse an „Vätermonaten“ lässt auf Mitnahmeeffekte schließen. Daran wird sich nichts ändern, wenn der Staat drei davon finanzieren will, wie die Ampel vorhat. Das gilt auch für den geplanten zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub nach der Geburt eines Kindes. Solche eng befristeten Auszeiten in Anspruch zu nehmen, bedeutet noch kein Umdenken. Dazu wäre eine neue Arbeitsteilung in Familien vonnöten.