EM 2021 Niederlande gewinnt Spektakel gegen die Ukraine

Denzel Dumfries dreht nach seinem 3:2 jubelnd ab. Foto: AFP/JOHN THYS 23 Bilder
Denzel Dumfries dreht nach seinem 3:2 jubelnd ab. Foto: AFP/JOHN THYS

Wolfsburgs Torjäger Wout Weghorst hat mit den Niederlanden einen perfekten Start in die Fußball-Europameisterschaft hingelegt. In einem echten Spektakel gewann Oranje mit 3:2 gegen die Ukraine.

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Amsterdam - Oranje hat bei der EM auch dank Bundesliga-Star Wout Weghorst ein erfolgreiches Comeback auf der großen Fußball-Bühne gefeiert. Die Niederlande kämpften sich nach ihrer siebenjährigen Zaungast-Rolle bei WM- und EM-Turnieren gegen die Ukraine zu einem 3:2 (0:0) - und bestätigten damit auch ihren Platz im Kreis der Titelkandidaten.

Kapitän Georginio Wijnaldum (52.) und Wolfsburgs Torjäger Weghorst (59.) hatten unter den Augen des niederländischen Königspaares Willem Alexander und Maxima zunächst für eine beruhigende Führung gesorgt. Ein Traumtor von Andrij Jarmolenko (75.) und der Treffer von Roman Jaremtschuk (79.) brachten den Gästen den Ausgleich, am Ende machte Denzel Dumfries (85.) den ersten EM-Sieg der Elftal seit 13 Jahren doch noch perfekt.

16.000 Zuschauer in der Arena

Bondscoach Frank de Boer begann trotz beinahe schon traditioneller Kritik niederländischer Alt-Internationaler mit Weghorst in der Anfangsformation. In der Abwehr der Gastgeber ersetzte der 19-jährige Jurrien Timber von Ajax Amsterdam den an einer Leistenverletzung laborierenden Matthijs de Ligt von Juventus Turin. Im Team von de Boers Gegenüber Andrej Schewtschenko stellte ein Quintett von Dynamo Kiew das Gerüst.

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Die 16.000 Zuschauer in der Johan-Cruyff-Arena erlebtem im ersten Durchgang ein temporeiches und entsprechend unterhaltsames Spiel. Die Platzherren übernahmen vom Anpfiff weg das Kommando und kamen, angetrieben vom quirligen Wirbelwind Wijnaldum, auch früh zu mehreren Chancen. 

Niederlande macht Druck

Doch konnte Oranje sich zunächst für seinen hohen Ballbesitzanteil nicht belohnen. Memphis Depay und Dumfries vergaben erste gute Möglichkeiten oder scheiterten ebenso wie Wijnaldum (38.) am ukrainischen Schlussmann Georgi Buschtschan.

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Auf der Gegenseite kam bei einem der ganz wenigen Entlastungsangriffe der Osteuropäer England-Legionär Jarmolenko im Strafraum zwar zu Fall, doch der souveräne Schiedsrichter Felix Brych (München) ließ bei seinem zweiten Einsatz bei einem EM-Turnier weiterspielen. Kurz vor der Pause rettete Torhüter Maarten Stekelenburg, erst am Tag vor dem EM-Auftakt als Ersatz für den corona-infizierten Stammkeeper Jasper Cillessen zur Nummer eins ernannt und mit 38 Jahren der älteste EM-Teilnehmer, erneut gegen Jarmolenko die Elftal vor einem unglücklichen Rückstand.

Drama in Halbzeit zwei

In den ersten Minuten nach dem Seitenwechsel wirkte de Boers Team unerwartet ideenlos und ließ damit auch die Fans weitgehend verstummen. Umso überraschender fiel das erste Tor: Nach einem Schnitzer von Witali Mykolenko auf der linken Abwehrseite der Ukraine und einer verunglückten Rettungstat von Buschtschan erlöste Wijnaldum die Gastgeber mit einem platzierten Linksschuss von der Strafraumgrenze.

Beflügelt von der insgesamt verdienten Führung setzten die Niederländer die ernüchterten Ukrainer danach wieder stärker unter Druck. Nur sieben Minuten später sorgte Weghorst in seinem achten Länderspiel für den Europameister von 1988 nach einer weiteren Unsicherheit von Mykolenko mit einem trockenen Schuss für das 2:0 - und bedankte sich damit zugleich für de Boers Vertrauen.

Dumfries sorgt für den Schlusspunkt

Die Gastgeber drängten in der Folge auf weitere Treffer, doch die Ukraine wagte sich nun auch häufiger nach vorne. Jarmolenko ließ die Niederländer mit seinem sehenswerten Linksschlenzer um den Erfolg zittern, Jaremtschuk ließ die Fans in der Arena mit seinem Kopfballtreffer verstummen. Und Dumfries sorgte am Ende doch noch für Festtagsstimmung.

Der Sieg brachte die WM-Dritten von 2014 letztlich für den weiteren Vorrunden-Verlauf in Gruppe C in eine gute Ausgangsposition für den Kampf um den Einzug ins Achtelfinale. Am Donnerstag (17. Juni) treffen Weghorst und Co. im Duell der Auftaktgewinner auf Österreich und vier Tage später (21. Juni/Montag) zum Gruppenabschluss auf EM-Neuling Nordmazedonien. 




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