Bei der Euro 2024 steht das letzte Gruppenspiel für die deutsche Nationalmannschaft an – Gegner ist die Schweiz an diesem Sonntag (21 Uhr/ARD). Benjamin Schäffer, der nach der vergangenen Saison seinen Platz auf der Trainerbank beim Bezirksligisten SV Leonberg/Eltingen nach sechseinhalb Jahren frei gemacht hat, vertraut gegen die Eidgenossen auf die bewährte Mannschaft, die gegen Schottland und Ungarn angetreten ist – mit einer Ausnahme: Der 42-Jährige würde Niclas Füllkrug in die Startelf stecken.
Tor Auf der Torhüterposition sieht Schäffer bei Deutschland ein Luxus-Problem – wie viele andere auch. „Marc-André ter Stegen hätte es absolut auch verdient, im Tor zu stehen. Aber da Julian Nagelsmann Manuel Neuer vor der EM nicht aussortiert hat, muss er spielen“, erklärt Schäffer.
Warum fehlt Mats Hummels?
A bwehr Keine Frage, der SV-Trainer lässt mit der bewährten Viererkette spielen. Als Innenverteidiger sind bei ihm Antonio Rüdiger und Jonathan Tah gesetzt. Auf der rechten Abwehrseite ist Joshua Kimmich erste Wahl, auf links der Stuttgarter Aufsteiger dieser Saison, Maximilian Mittelstädt – eine Formation, die Bundestrainer Julian Nagelsmann, wie sich gezeigt hat, ebenfalls favorisiert. Einen grundlegenden Unterschied hätte Benjamin Schäffer allerdings bei der Nominierung gemacht: „Nico Schlotterbeck hat mich nicht überzeugt, ich hätte Mats Hummels in den Kader berufen“, sagt der langjährige Leonberger Trainer. Für ihn spreche seine Erfahrung, das hätte vor allem bei den K.-o.-Spielen eine Rolle spielen können. „Und seine Qualität hat man beim Champions-League-Finale wieder gesehen“, findet Schäffer, der überzeugt ist, dass sich Mats Hummels auch ohne zu murren auf die Ersatzbank gesetzt hätte.
Sané erst ab Minute 60
Mittelfeld In einem Fünfermittelfeld setzt Benjamin Schäffer Toni Kroos und Robert Andrich auf die Sechser-Positionen, Ilkay Gündogan findet seinen Platz auf der Zehn. „Gündogan würde ich auf keinen Fall neben Kroos setzen, es braucht einen Abräumer daneben“, sagt Schäffer, der es begrüßt, dass der Kapitän der Deutschen auf dem Feld steht – wie Gündogan – und nicht im Tor. Die Außenbahnen vertraut Schäffer Jamal Musiala und Florian Wirtz an. „Leroy Sané würde ich erst nach der 60. Minute bringen, um in der Schlussphase noch mal Tempo ins Spiel zu bringen“, sagt er. So hat es Julian Nagelsmann etwa gegen Ungarn gemacht.
Füllkrug hätte Nominierung verdient
Angriff Im Sturm ist beim SV-Coach Niclas Füllkrug erste Wahl. „Er ist eine echte Kante, der auch auf höchstem Niveau spielen kann, wie man bei den Champions-League-Auftritten gesehen hat“, begründet Schäffer. Zudem habe der Stürmer in der Nationalmannschaft „stets geliefert“. „Er hätte sich eine Startelf-Nominierung einfach verdient“, findet Schäffer. Für Füllkrug spreche zudem, dass er ein guter Motivator sei. „Das ist bei ruhigeren Typen wie Wirtz, Musiala und Sané nicht der Fall“, sagt der Coach. Schäffer ist überzeugt, dass die deutsche Mannschaft ans Limit geht – er tippt auf einen klaren Erfolg gegen die Schweiz: 3:0.
Das Orakel ist auf deutscher Seite
Irren ist nicht nur menschlich, auch Orakel liegen manchmal falsch. Zuletzt hatte unser Tipp-Kick-Prophet ein glückliches Remis gegen Ungarn für die deutsche Mannschaft prognostiziert und schoss damit in etwa so weit vorbei wie Robert Andrich mit einem Fernschuss beim 2:0-Sieg der Gastgeber in Stuttgart über Ungarn.
Gegen die Schweiz, sagt das Orakel voraus, müssen die deutschen Fans ziemlich zittern, ehe das 2:1 feststeht. Denn die Eidgenossen besitzen zahlreiche Chancen, um in Führung zu gehen, erst gegen Ende der Partie kommen auch die Deutschen zu Möglichkeiten, die sie schließlich zu einer 2:0-Führung nutzen. Der Anschlusstreffer der Schweizer kommt erst in der Nachspielzeit – zu spät, um die Partie noch zu drehen. Liebes Orakel, wir gehen mit einer angespannten Ruhe ins Match am Sonntag, hoffend, dass alles so kommt, wie vorhergesagt.