EM 2024 Zweiter Auftritt in Stuttgart – mit VfB-Quartett im Hintertreffen

Die deutschen Nationalspieler des VfB bei der EM: Maximilian Mittelstädt, Chris Führich und Waldemar Anton (v. li.). Deniz Undav fehlt auf dem Bild. Foto: Pressefoto Baumann/Julia Rahn

Als Stammspieler oder erste Alternativen sind die Spieler des VfB Stuttgart zur EM 2024 gekommen. Mittlerweile ist das Quartett ins Hintertreffen geraten. So ist die Lage vor dem Viertelfinale in Stuttgart.

Sport: Dirk Preiß (dip)

Den Trainingsstart mit dem VfB Stuttgart hat Sebastian Hoeneß am Donnerstagvormittag hinter sich gebracht. An diesem Freitagabend ist der Chefcoach der Weiß-Roten dann nicht als Taktgeber, sondern als Zuschauer gleich nebenan in der MHP-Arena zu Gast. „Ich habe das Glück, im Stadion sein zu dürfen“, sagt er – beim EM-Viertelfinale zwischen der deutschen Mannschaft und Spanien. Hoeneß’ Vorfreude ist groß, er sagt: „Es werden sehr viele gute Fußballer auf dem Platz stehen.“

 

Rein theoretisch könnten vier davon auch seine bisherigen Schützlinge vom VfB Stuttgart sein. Jedoch hat das Quartett in den vergangenen Wochen nicht gerade Boden gutgemacht auf die interne Konkurrenz im DFB-Kader. Ganz im Gegenteil. Wenn die Nationalmannschaft zum zweiten Mal während des Turniers an diesem Freitag in Stuttgart zu Gast ist, spielen die VfB-Spieler vermutlich lediglich Nebenrollen.

Im Frühjahr schien das noch anders. Da profitierten die Stuttgarter Neu-Nationalspieler allesamt von ihrer starken Saison beim VfB. Maximilian Mittelstädt eroberte hinten links sofort einen Stammplatz unter dem Bundestrainer Julian Nagelsmann. Chris Führich und Deniz Undav galten als erste Alternativen in der Offensive, Waldemar Anton war der Innenverteidiger Nummer drei hinter Antonio Rüdiger und Jonathan Tah. Nun ist der Stand ein anderer.

Mittelstädt begann die EM zwar noch als Stammspieler, mit seiner Auswechslung nach 61 Minuten in der Partie gegen die Schweiz (1:1) verlor er diesen Status aber. David Raum löste ihn ab und spielte auch im Achtelfinale. Für dieses erste K.-o.-Spiel hatte Nagelsmann auch einen Ersatz für den gesperrten Jonathan Tah finden müssen – bot aber nicht Anton auf, sondern Nico Schlotterbeck. Der Dortmunder hat dem künftigen Dortmunder also den Rang abgelaufen. Das EM-Debüt Antons im Achtelfinale dauerte nur wenige Minuten.

Gibt es Pfiffe gegen Waldemar Anton?

Ob er an diesem Freitag gegen Spanien zum Einsatz kommt? Ist unwahrscheinlich, da Tah wieder spielberechtigt ist und Schlotterbeck überzeugt hat. Falls er doch auf den Platz darf, könnte das Gegenteil dessen passieren, was sich vor einigen Tagen bei der Einwechslung von Deniz Undav ereignet hatte.

Der VfB-Stürmer wurde beim 2:0 gegen Ungarn vom Stuttgarter Publikum gefeiert. Anton dagegen drohen Pfiffe und Unmutsbekundungen, da er den Club in Richtung BVB verlassen wird – trotz erst im Januar verlängertem Vertrag und mehrmaligen Äußerungen, die klar auf einen Verbleib zielten („Ich bin nicht auf dem Absprung“).

Zu mehr Spielzeit haben Deniz Undav aber auch die Rufe des Publikums nicht verholfen. Wie Chris Führich wurde er während der EM lediglich einmal eingewechselt. „Ich sehe das mit einem weinenden und einem lachenden Auge“, sagt der Stuttgarter Sportvorstand Fabian Wohlgemuth zu den mauen Einsatzzeiten seiner Spieler. Natürlich wünsche er ihnen, dass sie sich im Training so aufdrängen können, damit sie auch mal „in die erste Elf rutschen“. Aber es gelte eben auch: „Je weniger sie spielen, umso weniger besteht die Möglichkeit, sich zu verletzen.“

An diesem Freitagabend drücken er und der Trainer Sebastian Hoeneß dennoch dem deutschen Team die Daumen – ganz egal, ob VfB-Spieler auf dem Platz stehen werden oder nicht.

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