EM der Gymnastinnen Mehr als ein Medaillensatz
Gold und Bronze für Darja Varfolomeev, Silber für Anastasia Simakova und Bronze für die Gruppe bei der EM in Tallinn.
Gold und Bronze für Darja Varfolomeev, Silber für Anastasia Simakova und Bronze für die Gruppe bei der EM in Tallinn.
Vier Medaillen haben die deutschen Gymnastinnen von den Europameisterschaften in Estland mitgebracht. Mit Gold im Finale mit dem Band und Bronze im Mehrkampf hat Olympiasiegerin Darja Varfolomeev vom TSV Schmiden trotz Doppelbelastung mit Training und Abschlussprüfungen wieder abgeliefert. Die 18-Jährige war nicht die einzige, die für Glanz sorgte. Ihre Vereinsgefährtin Anastasia Simakova, 20 Jahre, gewann die Silbermedaille mit dem Ball, und die Nationalgruppe holte sensationell Bronze mit drei Bällen und zwei Reifen.
„Eine Gymnastik-Hochburg sind wir noch nicht, aber wir waren in Tallinn die einzige Nation, die drei verschiedene Einzelgymnastinnen in den Gerätefinals hatte“, sagte Isabell Sawade, die deutsche Teamchefin. Denn auch Lada Pusch debütierte erfolgreich in der Meisterklasse. Bei ihrem ersten Auftritt im Rahmen von internationalen Meisterschaften zog die 17-Jährige vom TSV Schmiden ins Keulen-Finale ein und belegte Platz sieben Platz. Und Isabell Sawade weiß, wem der Höhenflug der deutschen Gymnastinnen zu verdanken ist. „Wir haben eine wahnsinnig gute Trainingsgruppe im Bundesstützpunkt in Schmiden.“
Für Darja Varfolomeev waren die kontinentalen Titelkämpfe ein Deja-vu. Das Ganze, so verriet sie, erinnere sie ans vergangene Jahr. Bei den Europameisterschaften im Vorjahr, die Ende Mai in Budapest ausgetragnen wurden, hatte sie auch Bronze im Mehrkampf und Gold mit dem Band geholt – und Anfang August dann Gold bei den Olympischen Spielen in Paris gewonnen. Schon 2023 in Baku war sie mit dem Band die erste deutsche Europameisterin geworden und krönte sich bei den Weltmeisterschaften im spanischen Valencia im August mit Siegen im Mehrkampf und allen vier Gerätefinals zur Gymnastikkönigin. Und auch in diesem Jahr liegt der Saisonhöhepunkt im August: die Weltmeisterschaften in Rio de Janeiro, vom 20. bis zum 24. August.
„Ich freue mich sehr, dass ich die Übung noch in perfekter Version gezeigt habe, so wie wir es trainiert haben, vielleicht an manchen Stellen sogar noch besser“, sagte Darja Varfolomeev nach ihrer nunmehr dritten EM-Goldmedaille mit dem Band in Folge und der Note von 30,65, die keine andere Gymnastin auch nur annähernd mit diesem Gerät erreichte. Sie spielte auch auf ihren Auftritt im Mehrkampffinale an, bei dem sich das Band in ihrem Dutt verfangen hatte.
Anastasia Simakova war nach ihrer versilberten Übung mit dem Ball, die nur von der Bulgarin Stilijana Nikolowa getoppt wurde, die zuvor schon mit dem Reifen und den Keulen siegreich gewesen war, sprachlos vor Glück. Derweil berichtete Lada Pusch nach ihrem siebten Platz im Finale mit den Keulen von einer „wunderschönen Erfahrung“, die sie „motiviert in die Zukunft“ schauen lasse.
Den krönenden Abschluss der Europameisterschaften in Estland setzte die Nationalgruppe, die auch in Schmiden trainiert. Neele Arndt, Melanie Dargel, Olivia Falk, Helena Ripken, Anna-Maria Shatokhin und Emilia Wickert gewannen nach einer fehlerfreien Vorstellung mit drei Bällen und zwei Reifen Bronze. Es war die erste Medaille überhaupt bei internationalen Meisterschaften für eine deutsche Gruppe. „Da steckt Potenzial drin“, sagte Isabell Sawade.